Informationsplattform listet barrierefreie Hotels auf

16. September 2014, 12:40
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Bei "roomchooser.com" sollen Angebot und Nachfrage aufeinandertreffen - barrierefreier Tourismus ist starker Wachstumsmarkt

"Eigentlich könnte man jedes Hotelzimmer barrierefrei gestalten", von der Tourismuswirtschaft werde die Zielgruppe der Menschen mit Behinderung aber stark vernachlässigt, hat Michael Sicher bei einer Pressekonferenz am Dienstag kritisiert. Aufgrund eigener Erfahrung hat er die Plattform "roomchooser.com" gegründet, auf der Angebot und Nachfrage aufeinandertreffen sollen.

Keine Buchungsplattform

Die Plattform stelle lediglich Informationen zur Verfügung, betonte er, ein Zimmer buchen kann man hier nicht. Das liege daran, dass die Urlauber auf www.roomchooser.com einzelne Zimmer bewerten, Onlinebuchungen aber auf ein Zimmerkontingent zurückgreifen. Wer hier sein Zimmer gefunden hat, muss sich also mit dem Hotel in Verbindung setzen. Laut Sicher geht es bei diesem Angebot aber um weit mehr als nur das Hotelzimmer: Auch die Umgebung wird bewertet, besonders wichtig ist die barrierefreie Erreichbarkeit des Urlaubsorts.

Finanzierung durch Mitgliedsbeiträge

Neben Gästen haben auch Hotels die Möglichkeit, ihr Produkt hier diesem Zielpublikum zu präsentieren. Viele Betriebe habe er schon von der Idee überzeugen können, freute sich Sicher. Durch die jährlichen Mitgliedsbeiträge dieser Hotels will er die Plattform langfristig finanzieren. Die meisten derzeit gelisteten Hotels befinden sich in Wien, was vor allem daran liege, dass sie leichter zu erreichen und zu besuchen seien. Sein Ziel aber sei es, barrierefreie Reiseerfahrungen weltweit zu bündeln, damit "man hinfahren kann, wo man hinfahren will".

Wirtschaftlich großes Potenzial

Wirtschaftlich birgt diese Zielgruppe ein großes Potenzial, auch aufgrund des demografischen Wandels gibt es auch immer mehr ältere Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Allein in der EU wird der Markt für barrierefreien Tourismus mit 133 Millionen Menschen beziffert. Sie geben im Durchschnitt mehr Geld aus, bleiben länger und reisen oft auch in Begleitung, gab etwa ÖHV-Generalsekretär Markus Gratzer zu bedenken und Norbert Kettner, Direktor des Wien Tourismus, ergänzte, es werde von einer westlichen, zivilisierte Stadt erwartet, dass sie sich auch um diese Zielgruppe kümmert. (APA, derStandard.at, 16.09.2014)

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