Paramedics im Rettungswesen: Idee stößt auf Ablehnung

16. September 2014, 12:33
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Ärztekammer Niederösterreich spricht von "Qualitätsverschlechterung": Arzt und Paramedic in Bezug auf die Ausbildung nicht vergleichbar

St. Pölten - Die NÖ Ärztekammer lehnt den Vorschlag von LHStv. Wolfgang Sobotka (ÖVP) zum Aufbau eines Paramedic-Systems ab: Notfallmedizin beginne unmittelbar am Unfallort und sei ausschließlich durch Ärzte zu leisten, wurde in einer Aussendung am Dienstag betont.

"Wir haben es in Österreich sehr selten mit Akutsituationen zu tun, bei denen der rasche Transport des ärztlich unbehandelten Patienten ins Spital aus medizinischer Sicht besser ist als das Stellen der Diagnose und die Einleitung von notfallmedizinischen Maßnahmen durch einen erfahrenen Notarzt", erläuterte Gerrit Loibl, Vizepräsident der NÖ Ärztekammer und selbst Notarzt. Oft genug stünden "wenige Sekunden zwischen Leben und Tod". Das sei ein Tätigkeits- und Verantwortungsbereich, der eindeutig von Ärzten ausgeführt werden müsse: "Wer Paramedics für einen vollwertigen Ersatz von Ärztinnen und Ärzten hält, der hat offenbar noch nie von Schock- oder Schmerztherapie gehört."

Loibl wertete den Ersatz von Notärzten durch Paramedics als Versuch der Politik, "durch eine offensichtliche Qualitätsverschlechterung Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen umsetzen zu wollen". Die Berufe Arzt und Paramedic seien in Bezug auf die Ausbildung nicht vergleichbar. Zudem gebe es genügend Notärzte im Land. "Die finanziellen und organisatorischen Bedingungen sind aber offenbar so schlecht, dass die Dienstpläne nicht mehr besetzt werden können", sagte Loibl. (APA/red, derStandard.at, 16. 9. 2014)

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