Gudenus verteidigt seine Moskau-Rede

16. September 2014, 14:26
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Der Wiener FPÖ-Klubobmann und sein Parteichef Strache fordern Äquidistanz von Österreich und ein Ende der Wirtschaftssanktionen gegen Russland

Mit Gegenkritik reagiert Johann Gudenus, Klubobmann der Wiener FPÖ, auf die Kritik zahlreicher heimischer Politiker, die sein Moskau-Besuch nach sich gezogen hat. Dort hatte er bei einer Rede auf Einladung des Internationalen Forums für Mehrkindfamilien gegen EU, Nato, die USA und die Homosexuellenlobby gewettert. Die Reaktionen in Österreich stoßen auf Unverständnis bei Gudenus und seinem Parteichef Heinz-Christian Strache.

Strache spricht erneut von einer Neutralitätsverletzung, da die österreichische Regierung den Wirtschaftssanktionen gegen Russland zugestimmt habe. Das führe zu einer Eskalation, während die FPÖ einer Deeskalationsstrategie folge und mit allen reden wolle. Strache fordert eine "Äquidistanz" der Regierung.

Gudenus: "Wir sind mit allen Völkern befreundet"

Gudenus sei der Einladung nach Moskau gerne gefolgt, um den Gastgebern mitzuteilen, dass seinem Eindruck nach "ein großer Teil der Bevölkerung" die Sanktionen nicht mittrage und er sich für die Sanktionen schäme. Dass sich für ihn die Gouverneurswahlen in Sankt Petersburg, zu denen er als "internationaler Experte" geladen war, positiv gegenüber den EU-Wahlen abheben, relativiert er vor Journalisten und will es so nicht gesagt haben. Das sei ein Vergleich anderer Delegationsmitglieder gewesen. Mit EU-Standards seien die Wahlen nicht vergleichbar. Was er mit "eigenen Augen gesehen" habe, sei aber "friedlich und ruhig" verlaufen.

Auf die Frage, ob er mit der Aussage "Wir sind Freunde Russlands" in seiner Rede die Äquidistanz und Neutralität gemeint habe, die er von der Regierung einfordere, sagt Gudenus: "Wir sind mit allen Völkern befreundet."

Seinen Satz über die "mächtige Homosexuellenlobby", die über eigene Zeitungen und Fernsehsender verfüge, schwächte er ab. Es gebe viele Lobbys, selbst gehöre er der Familienlobby an, die gegen die Ehe und ein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare sei. (mte, derStandard.at, 16.9.2014)

  • "Es gibt viele Lobbys", Johann Gudenus bezeichnet sich als Mitglied der Familienlobby, die im Gegensatz zur Homosexuellenlobby steht.
    foto: der standard/cremer

    "Es gibt viele Lobbys", Johann Gudenus bezeichnet sich als Mitglied der Familienlobby, die im Gegensatz zur Homosexuellenlobby steht.

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