ORF hat sich "auch im zweiten Quartal gut entwickelt"

16. September 2014, 11:47
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Teilt Geschäftsführung im Vorfeld der Stiftungsratssitzung am Donnerstag mit - Hörfunkdirektion konnte Minus auf rund 2 Mio. reduzieren - Grüner Stiftungsrat will über Grasl-Aussagen reden

Wien - Der Song Contest 2015, das Qualitätssicherungssystem sowie die finanzielle Entwicklung des ORF stehen in dieser Woche im Mittelpunkt der Gremientreffen des öffentlich-rechtlichen Senders. In der Stiftungsratssitzung am Donnerstag wollen ORF-Aufseher noch einmal die Song Contest-Entscheidung für den Standort Wien hinterfragen. Zum Medienstandort ORF Küniglberg gibt es einen aktuellen Statusbericht.

Wirtschaftlich liegt der ORF zum Halbjahr über Plan. Das Unternehmen und der Konzern hätten sich "auch im zweiten Quartal gut entwickelt", berichteten ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und Finanzdirektor Richard Grasl im Vorfeld der Sitzungen von Stiftungsrat, Finanzausschuss und Programmausschuss an die Vertreter des obersten ORF-Gremiums. "Das Planergebnis konnte deutlich übertroffen werden und liegt nach zwei Quartalen bei 2,5 Mio. Euro (EGT nach ORS-Fremdanteil)", so Wrabetz und Grasl. Überplanmäßige Erträge wurden demnach in die Stärkung des TV-Programms investiert.

Positiver Budgetvollzug

Positiv entwickelt habe sich der Budgetvollzug in der Hörfunkdirektion. Wegen einer negativen Abweichung in Höhe von 2,879 Millionen Euro im ersten Quartal 2014 musste sich Hörfunkdirektor Karl Amon vor dem Sommer kritische Fragen von Stiftungsräten anhören. Bis Juli konnte die Budgetabweichung auf 2,038 Millionen Euro verbessert werden, berichtete die ORF-Spitze nun. Ermöglicht wurde dies durch Nicht-Besetzung vakanter Stellen, weitere Handshakes, die Reduktion von Honoraren bei FM4, Ö1, in der Hörfunk-Information und beim Radio Symphonie Orchester sowie durch die Verringerung von Sachkosten in nahezu allen Abteilungen, insbesondere der Hörfunk-Information und bei Ö3. Die Tendenz sei "also positiv", so das ORF-Management.

Um Spielraum für mögliche wirtschaftlich schwierigere Zeiten zu haben, plant der ORF auch die Bildung von Rücklagen und damit eine Erhöhung des Eigenkapitalanteils. In Summe etwas mehr als 2,9 Millionen Euro an Rücklagen sollen die Stiftungsräte genehmigen. Darüber hinaus sind Anpassungen bei Werbetarifen vorgesehen.

Finanzdirektor Grasl schafft Diskussionsbedarf

Auf Antrag von Zentralbetriebsratsobmann Gerhard Moser soll sich der Stiftungsrat auch noch einmal mit dem Kauf von Eintrittskarten durch den ORF auseinandersetzen. Der ORF Tirol hatte ein größeres Kartenkontingent vom Tanzsommer Innsbruck gekauft und verlost. Geführt wird die Veranstaltung vom Tiroler Stiftungsrat Josef Resch. Was Moser offenbar kritisch sieht, war für den ORF ein normales Gegengeschäft, wurden die Karten doch mit Werbeleistung abgegolten.

Der Grüne Stiftungsrat Wilfried Embacher hat unterdessen einen Tagesordnungspunkt zu jüngsten Interview-Aussagen von ORF-Finanzdirektor Grasl beantragt. Grasl hatte sich unter anderem für "Formate, die auch ORFeins einen österreichischen Charakter verleihen" ausgesprochen. Embacher sieht nun Diskussionsbedarf. (APA, 16.09.2014)

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