Auch im Job stehen Raucher unter Verdacht

16. September 2014, 11:03
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Kreative Besprechungszeit oder Diebstahl an der Arbeitszeit? Beim Thema Rauchen scheiden sich die Bürogeister

Dauerthema Rauchen: Nicht nur in der Gastronomie erhitzt der blaue Dunst die Gemüter. Auch im Arbeitsleben gibt es immer wieder Differenzen zwischen Nichtrauchern und Rauchern. Zwar immer seltener wegen unmittelbarer Belästigung durch Zigarettenrauch, sondern eher wegen der Zeit, die Rauchpausen in Anspruch nehmen. karriere.at befragte dazu seine User per Online-Voting: Macht Rauchen im Job unproduktiv?

Nicht unbedingt entspannt scheint in vielen heimischen Büros die Stimmung zwischen Rauchern und Nichtrauchern zu sein: Mehr als die Hälfte der 611 Befragten steht Zigarettenpausen kritisch gegenüber. So sagen 24 Prozent, dass Rauchen allein schon deshalb unproduktiv macht, weil dadurch Arbeitszeit verloren geht. Etwas mehr (30 Prozent) glauben, dass sich die Unterbrechungen des Arbeitsflusses negativ auf den Output auswirken.

Mit 30 Prozent meint hingegen knapp jeder Dritte, dass Rauchpausen die Kreativität fördern und Ideen bringen. 16 Prozent sehen diese sogar als Faktor eines guten Zeitmanagements und sagen: "Rauchen spart Besprechungszeit“.

Lauter lahme Raucher?

Wenig überraschend sind die Vertreter der Arbeitgeberseite bei Rauchpausen kritischer – insgesamt knapp zwei Drittel sehen diese als Produktivitätskiller, das ergab die Befragung von 196 HR-Managern, Führungskräften und Unternehmern. Für 42 Prozent sind in erster Linie die Unterbrechungen der Arbeitsabläufe das größte Problem, jeden Fünften (19 Prozent) stört die dadurch verloren gegangene Arbeitszeit. Ein Viertel, nämlich 26 Prozent der Arbeitgebervertreter, finden, dass Zigarettenpausen oft gute Ideen bringen. Die wenigsten (13 Prozent) glauben, dass Raucher Besprechungszeit sparen.

"Am Raucher-Thema zeigt sich, wie wichtig eine transparente und vor allem gerechte Einteilung der Arbeitspausen in Unternehmen ist“, kommentiert karriere.at-Geschäftsführer Jürgen Smid das Umfrageergebnis. Gibt es beispielsweise keine zeitlich klar vorgegebenen Arbeitspausen, so sollten alle Mitarbeiter gleichermaßen die Möglichkeit haben, sich zwischendurch kurze Auszeiten zu nehmen. (red, derStandard.at, 16.9.2014)

  • Aus Arbeitgebersicht nicht förderlich für die Leistung - überraschend?
    foto: apa / dpa

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