Weltpremiere: Japanerin erhielt Retina aus iPS-Zellen

15. September 2014, 18:35
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Erstmals wurde einer Patientin Netzhautgewebe aus induzierten pluripotenten Stammzellen eingepflanzt

Tokio/Wien - Eine japanische Seniorin ist die weltweit erste Empfängerin von Zellmaterial, das Wissenschafter aus induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) herstellten. In einer zweistündigen Operation wurde der Frau, die an einer altersbedingten Makuladegeneration leidet, eine 1,3 mal drei Millimeter kleine Schicht aus Netzhautgewebe eingepflanzt, das aus iPS-Zellen gewonnen worden war.

"Erfunden" wurden die iPS-Zellen 2006 vom japanischen Stammzellforscher Shin'ya Yamanaka, der dafür 2012 mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet wurde.

Yamanaka schaffte es, "adulte" in "pluripotente" Zellen zurückzuprogrammieren, die als Ersatz für die ethisch umstrittenen embryonalen Stammzellen dienen.

Dank etlicher Verbesserungen des Verfahrens gelang es, aus Hautzellen der Patientin medizinisch unbedenkliche iPS-Zellen zu gewinnen, die dann zu Netzhautzellen ausdifferenziert wurden. Einen wichtigen Beitrag zu diesem Verfahren leistete übrigens Yoshili Sakai, der kürzlich Selbstmord beging. Er war auch an den zurückgezogenen Studien zu Stap-Zellen beteiligt. (tasch, DER STANDARD, 16.9.2014)

  • Das aus iPS-Zellen produzierte Netzhautgewebe.
    foto: riken/foundation for biomedical research and innovation

    Das aus iPS-Zellen produzierte Netzhautgewebe.

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