Makuladegeneration: Billige Arznei gleich gut

15. September 2014, 17:39
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Chochrane Collaboration attestiert Avastin und Lucentis Gleichwertigkeit

Das Roche-Krebsmedikament Avastin birgt bei der Behandlung der Augenkrankheit AMD einer Untersuchung zufolge kein erhöhtes Risiko für schwere Nebenwirkungen. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Forschungsnetzwerks Chochrane in einer Analyse. Avastin ist zum Einsatz gegen die altersbedingte Netzhautdegeneration (AMD) nicht zugelassen, wirkt aber ähnlich wie dafür freigegebene Arzneien und kostet nur einen Bruchteil davon.

Die unabhängige Chochrane Collaboration wertete neun klinische Studien aus, die die Sicherheit von Avastin mit der des AMD-Medikaments Lucentis verglichen. Um den Einsatz von Avastin zur Behandlung der Augenerkrankung tobt seit Jahren ein Streit. In Frankreich dürfen Ärzte seit kurzem aus Kostengründen Avastin zur Behandlung von AMD verschreiben. Eine Dosis des Mittels kostet dort etwa 30 Euro, eine Injektion mit Lucentis 900 Euro.

Festgefahrene Fronten

Roche erklärte in einer Stellungnahme, Lucentis sei die zweckmäßigste Arznei zur AMD-Behandlung.

Die Wirkstoffe von Lucentis und Avastin - Ranibizumab und Bevacizumab - wurden beide von Roches US-Biotechnologietochter Genentech entwickelt. Außerhalb der USA hat Novartis die Lucentis-Vertriebsrechte.

Für beide Konzerne geht es um viel Geld: Roche erzielte im vergangenen Jahr mit Lucentis in den USA umgerechnet 1,4 Milliarden Euro Umsatz, bei Novartis waren es 1,7 Milliarden Euro. Betroffen wäre womöglich auch der Bayer-Konzern, der das Augenmedikament Eylea vertreibt, das ebenfalls eine ähnliche Wirkungsweise hat. (Reuters, derStandard.at, 15.9.2014)

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