Augenzeuge: Hunderte UN-Soldaten verlassen Pufferzone auf dem Golan

15. September 2014, 18:00
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Gründe und Umfang des Abzugs zunächst unklar - Kommandoebene übersiedelt nach Israel

Damaskus - Hunderte entlang der Waffenstillstandslinie auf den Golanhöhen stationierte Blauhelmsoldaten haben am Montag die Pufferzone zwischen Israel und Syrien verlassen. Wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete, rückten sie vom syrischen Teil des Golanplateaus in die israelisch kontrollierten Gebiete vor.

Ein langer Truppenkonvoi durchquerte demnach die 1974 eingerichtete Pufferzone Richtung Westen und entfernte sich dadurch von den Kampfzonen, in denen sich syrische Regierungstruppen und Aufständische seit Wochen heftige Gefechte liefern.

Kommandoebene vom syrischen Hauptquartier abgezogen

Parallel zum Abzug aus der Pufferzone am Golan wurde die UNDOF-Kommandoebene spanischen Medienberichten zufolge aus dem bisherigen Hauptquartier südwestlich von Damaskus abgezogen. Das Gebiet um "Camp Faouar" ist seit längerer Zeit nahezu vollständig unter der Kontrolle der syrischen Aufständischen.

Das spanische Internetportal "Aurora", das auf Nachrichten aus Israel spezialisiert ist, zitiert eine ungenannte militärische Quelle, wonach sich die Sicherheitslage für die UNO-Soldaten "rapid verschlechtert". Deshalb werde die Einsatzführung in das auf israelischem Territorium gelegene "Camp Ziouani" verlegt. Der Rest der im Hauptquartier stationierten Truppen soll aber vorerst dort verbleiben.

Erst in der Vorwoche waren 45 auf den Golanhöhen von syrischen Rebellen verschleppte Blauhelmsoldaten nach zwei Wochen wieder freigekommen. Die Blauhelmsoldaten aus Fidschi waren am 28. August auf der syrischen Seite der Golanhöhen von Rebellen der radikalislamischen Al-Nusra-Front verschleppt worden.

Die UNDOF überwacht seit 1974 den Waffenstillstand und die Pufferzone auf den Golanhöhen. Bis jetzt sind dort noch etwa 1.200 Blauhelmsoldaten von den Fidschi-Inseln, den Philippinen, aus Indien, Nepal, Irland und den Niederlanden stationiert. Bis Anfang Juni letzten Jahres waren auch österreichische Truppen am Golan. Aus Sicherheitsgründen entschied sich die Regierung aber, die zuletzt 378 Bundesheer-Soldaten abzuziehen. Das "AusBatt", das Austrian Battalion, war als einzige Einheit seit 1974 ununterbrochen auf dem Golan im Einsatz und stellte das größte Truppenkontingent. (APA, 15.9.2014)

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