Wiens Grätzeln rücken in den Mittelpunkt

15. September 2014, 16:15
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Durch neue Förderungen sollen Plätze und Straßenzüge in Wien neu belebt und aufgewertet werden

Wien - Biegt man in die Reindorfgasse im 15. Wiener Gemeindebezirk ein, stechen neben einem klassischen Kaffeehaus und zahlreichen leerstehenden Geschäftslokalen moderne Boutiquen und Handwerksgeschäfte hervor. Auf den ersten Blick passen diese neuartigen Geschäfte kaum in die etwas angestaubte Straße. Das wollen Kurt Tanner und Markus Steinbichler von "Urban Tool" ändern.

2013 haben die beiden Unternehmer gemeinsam mit dem Verein "IG Kaufleute Reindorfgasse" die Initiativgruppe "einfach15", die Kunstschaffende und Geschäftsleute gleichermaßen vertritt, gegründet, um die Reindorfgasse sowie angrenzende Straßen im südlichen Teil des Bezirks neu zu beleben. Seitdem konnten laut ihren Angaben bereits acht Geschäftslokale wieder besetzt werden. Eines davon ist der Concept-Store "Block 44“, der ein Café, ein Radgeschäft und einen Verkaufsraum für ein Modelabel vereint. Gleich gegenüber entstand das Handwerksgeschäft "Metaware“.

Das Viertel durch Vielfalt wiederbeleben

Mit ihrer Idee zur Grätzelbelebung unter dem Motto „Wir leben Vielfalt“ haben Tanner und Steinbichler neben fünf weiteren Kaufleutevertretern die Ausschreibung der Wirtschaftsagentur Wien gewonnen. Im Rahmen der 2014 erneuerten Geschäftsgebietsförderung erhalten die sechs Gewinner insgesamt 1,3 Millionen Euro Fördergeld.

Das Projekt von "einfach15“ soll laut Tanner vor allem das Zusammenleben der Geschäftsleute mit den Bewohnern der Reindorfgasse fördern. Aktionen wie Straßenfeste, Märkte, Ausstellungen und Konzerte sollen dieses Miteinander fördern und vor allem die Wirtschaft ankurbeln.

Auch andere Bezirke planen Neuerungen

Neben der "IG Kaufleute Reindorfgasse" haben auch fünf weitere Vereine für ihre Projektideen Förderungen erhalten, um ihre Grätzeln zu beleben.

Unter anderem will der "Verein der Kaufleute in Nikolsdorf und Alt-Margareten“ im fünften Bezirk seinen Kunden zukünftig die Einkäufe mit E-Bikes nach Hause liefern.

Die "IG Kaufleute Lerchenfelder Straße“ wollen mit ihrem Projekt den Tourismus im achten Bezirk ankurbeln. Zukünftig wollen sie enger mit Hotels, Museen, dem Tourismusverband und der Stadtplanung zusammenarbeiten, um eine App auf der Markt zu bringen, die den Touristen die Attraktionen der Umgebung näher bringen soll.

Der Verein "Schaufenster Meidling“ im zwölften Bezirk plant eine Onlineplattform, um der steigenden Konkurrenz durch Versandhäuser entgegenzuwirken. Auf der Plattform sollen in Zukunft Produkte von ortsansässigen Unternehmen bestellt werden können, die dann noch am gleichen Tag mit E-Lkws geliefert werden sollen. (ah, derStandard, 15.9.2014)

  • Artikelbild
    foto: ig kaufleute reindorfgasse
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