Google sieht sich als "Partner der Verlage"

15. September 2014, 14:03
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Manager de la Mora: "Wollen innovative, technische Lösungen anbieten" - Keynote am Mittwoch bei den Medientagen in Wien

Wien - Die Beziehung zwischen Google und der Medienindustrie ist nicht gerade einfach. Gerne wird der US-Gigant von Medienmanagern als digitales Feindbild ins Treffen geführt, wenn es um Aufmerksamkeit im Netz oder abwandernde Werbeerlöse geht. Der Suchmaschinenriese sieht sich aber als Partner der Verlage, wie Santiago de la Mora betont. "Wir wollen ihnen innovative, technische Lösungen anbieten."

Am Mittwoch ist der Google-Manager zu Gast bei den Österreichischen Medientagen in Wien und wird eine Keynote über die neue Medienlandschaft, technologische Veränderungen und deren Auswirkungen für User wie Verleger gleichermaßen halten. De la Mora ist beim US-Unternehmen zuständig für internationale Print-Kooperationen, die das Buchwesen ebenso umfassen wie den Zeitungs- oder Magazinbereich. "Unsere User sind interessiert an guten Inhalten, egal in welcher Form." Traditionsverlage sind in dieser Hinsicht für Google ebenso relevant wie neue, rein digital orientierte Unternehmen.

Partner im Hintergrund

Google will dabei als Partner im Hintergrund agieren, der sowohl technischen Support wie Publikumssteuerung übernehmen kann. Dadurch sollen Verlagshäuser "ihre Inhalte besser vermarkten und den Ertrag aus ihren Webauftritten steigern. Auch in Österreich werden wir diesen Weg gemeinsam mit den Verlagen gehen", so de la Mora. "Ein Teil unserer Kooperation ist ja auch, dass wir monatlich mehr als 10 Milliarden Klicks auf diese Webseiten bringen, und zwar gratis. Dadurch wächst das Publikum. Und viele Journalisten verwenden die Tools, die wir bereitstellen", verweist de la Mora gegenüber der APA auf Suchprogramme oder E-Mail-Dienste.

Auf den Einwurf, dass gerade Google immer wieder in der Kritik steht, reagiert de la Mora gelassen. "Wir sehen uns eindeutig als Partner der Verlage. Klar ist, dass sich viele schwertun mit dem Wechsel ins Digitale. Deshalb fühlen wir uns verpflichtet, ihnen dabei zu helfen." Das professionelle Nachrichtenwesen sei trotz Social-Media-Hype und anderer Verbreitungswege alles andere als überholt. "Die Menschen sind immer noch interessiert an Nachrichten, das hat sich nicht verändert. Besonders qualitativ hochwertige Inhalte sind für das Publikum und die Gesellschaft wichtig. Unser Ziel ist, die User bei ihrer Suche danach zu unterstützen und die Inhalte der Verleger auffindbar zu machen."

Seite an Seite

Ein Umbruch sei aber dennoch festzustellen. "Natürlich hat sich die Art und Weise, wie heutzutage Nachrichten konsumiert werden, geändert - auch was das Geschäftsmodell betrifft. Aber die Grundidee, der Gesellschaft Informationen bereitzustellen, ist nach wie vor vorhanden. Die Medienindustrie befindet sich in einer Transformationsphase, es gibt großartige neue Innovationen da draußen und neue Möglichkeiten für Verleger, zusätzliche Leser über digitale Kanäle zu erreichen." Künftige Entwicklungen seien angesichts der Innovationsgeschwindigkeit zwar schwer vorherzusagen, aber: "Die Verleger werden die Medienlandschaft gestalten und wir wollen ihnen dabei zur Seite stehen."

Österreichs Verleger pochen auf ein Leistungsschutzrecht, das Google zwingt, Inhalte von Nachrichtenseiten abzugelten. Etwa wie sie bei Google News oder den Suchergebnissen angezeigt werden. Einen entsprechenden Vorstoß hat die Regierung für Herbst angekündigt. (APA, red, 15.9.2014)

Hinweis

Santiago de la Mora am 17. September bei den Österreichischen Medientagen in Wien, Keynote "Wie Technologien unser tägliches Leben verändern! Chancen für die Verlagsbranche"

Link

medien-tage.at

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