IBAN-Überweisung: Kritik an hohen Stornospesen

15. September 2014, 12:53
88 Postings

AK: Banken verlangen bis zu 30 Euro für falsche IBAN - Pensionistenverband ruft Banken zu Verzicht auf die hohen Zusatzgebühren auf

Wien - Bei Verwendung einer falschen "IBAN", der seit August geltenden neuen und längeren Kontonummer, verlangen Banken laut Arbeiterkammer Stornospesen von bis zu 30 Euro. "Die Banken müssen auf diese unverhältnismäßig hohen Zusatzgebühren verzichten", fordert Harald Glatz, Konsumentensprecher des Pensionistenverbandes Österreich (PVÖ), am Montag in einer Aussendung.

Besonders ältere Menschen hätten gerade jetzt in der Anfangsphase noch Schwierigkeiten mit der Umstellung von den bisherigen kurzen Kontonummern auf die deutlich längere IBAN. "Hier kann es durchaus passieren, dass es zu dem einen oder anderen 'Verschreiber' kommt", so Glatz.

"Unverhältnismäßig hoch"

Offiziell ist es den Banken verboten, für Rückbuchungen aufgrund von nicht korrekt eingetragenen Kontodaten Spesen zu verlangen. Rechtlich gedeckt sind lediglich Kosten für eine schriftliche Mitteilung, dass die Einzahlung nicht durchgeführt werden konnte. "Hier haben sich einige Geldinstitute unter dem Deckmantel der 'Stornospesen' aber ein Schlupfloch gesucht. Diese angebliche 'Bearbeitungsgebühr' von bis zu 30 Euro ist aber absolut unverhältnismäßig hoch", kritisiert Glatz und fordert eine gesetzliche Regelung, falls die Stornospesen gängige Praxis werden sollten.

Die Arbeiterkammer Wien (AK Wien) hat bereits anlässlich der offiziellen Umstellung auf die neuen IBAN-Kontonummern per August dieses Jahres darauf hingewiesen, dass Banken bei Rückbuchungen und Überweisungen immer wieder teils hohe Spesen verrechnen. Und das, obwohl Rückbuchungen selbst nichts kosten dürfen. Nur für die Mitteilung oder die Wiedererlangung eines verloren gegangenen Geldbetrages dürfe ein kostenbasiertes Entgelt verlangt werden. Eine Bank verlangte laut AK 30 Euro "Stornospesen", weil das Empfängerkonto nicht mehr existierte.

Spesen müssen sich nach Aufwand richten

Noch kostspieliger sind nicht durchgeführte Überweisungen im Nicht-Euroraum. Von 100 Euro, die eine Kundin laut AK für die Hochwasserhilfe nach Bosnien spenden wollte, blieben ihr nur 17,01 Euro übrig, weil die Überweisung trotz richtigem IBAN und BIC schief ging und zurück kam. Der Name des Empfängers bei der Empfängerbank war nicht korrekt gewesen. Die Aufstellung der Bankspesen war zudem lückenhaft.

Für Spesen bei nicht durchgeführten oder fehlgeschlagenen Überweisungen gilt, dass sie nur verrechnet werden dürfen, wenn sie im Kontovertrag im Detail vereinbart wurden und wenn es sich um einen Kundenfehler gehandelt hat, zum Beispiel, wenn das Konto nicht gedeckt war, so die Arbeiterkammer.

Laut Zahlungsdienstegesetz dürfen Spesen nur für die Mitteilung der Nichtdurchführung oder für die Wiedererlangung eine verlorenen Geldbetrages anfallen. Beliebige Bearbeitungsspesen ohne Aufschlüsselung dürfte es eigentlich gar nicht geben. Die Höhe der Spesen muss sich am tatsächlichen Aufwand ausrichten. "Bei automatisierten Prozessen ist höchst zweifelhaft, ob die Spesenhöhe dem Aufwand angemessen ist", so die AK. (APA, 15.9.2014)

Share if you care.