Tausende flüchteten vor Hurrikan "Odile" in Hotels 

Video16. September 2014, 05:57
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Warnung vor lebensgefährlichen Überschwemmungen und Erdrutschen

Los Cabos - Aus Furcht vor der zerstörerischen Kraft des Hurrikans "Odile" haben sich im Nordwesten Mexikos tausende Touristen und Einheimische in Luxushotels verschanzt. Im beliebten Ferienort Los Cabos auf der Halbinsel Baja California boten am Sonntag Behördenangaben zufolge 18 Hotels einen Notunterschlupf für etwa 30.000 ausländische Urlauber und Mexikaner.

Nach dem Durchzug des Hurrikans richten die Streitkräfte nun eine Luftbrücke ein. Flugzeuge der Luftwaffe und der Marine sollen die Urlauber ab Dienstag aus San José del Cabo in der Region Baja California Sur ausfliegen, wie die Behörden am Montag mitteilten.

"Odile" traf die Region am Sonntagabend mit voller Wucht, wie das US-Hurrikanzentrum mitteilte. Durch die heftigen Böen wurden Bäume umgeknickt, Stromleitungen gekappt und Dächer abgedeckt. Meteorologen warnten wegen der heftigen Regenfälle vor lebensgefährlichen Überschwemmungen und Erdrutschen. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 205 Stundenkilometern zog der Sturm in Richtung Norden.

Feiern zum Unabhängigkeitstag abgesagt

Laut dem Zivilschutz mussten etwa 7.000 Bewohner tiefliegender Gebiete vorsichtshalber in Sicherheit gebracht werden, hunderte Soldaten wurden zu Hilfseinsätzen abkommandiert. Auf dem internationalen Flughafen von Los Cabos wurden alle Starts und Landungen abgesagt. In Cabo San Lucas wurde aus Sicherheitsgründen der Strom abgestellt, um Unfälle zu verhindern. Die Schulen sollten am Montag geschlossen bleiben. Behördenvertretern zufolge sollte auch auf Feiern zum Unabhängigkeitstag verzichtet werden.

"Es gab kein Licht mehr, wir waren komplett im Dunkeln", sagte Wenseslao Petit, Chef des Zivilschutzes von Los Cabos an der äußersten Südspitze der Halbinsel. "Wir wurden völlig überrascht", berichtete der Surfer Steve Clement aus Hawaii. "Die See ist stürmisch, ich denke, es wird sehr hässlich werden." Der 65-jährige Gordon Peter aus den USA versicherte, er habe keine Angst. "Aber ich will nach Hause." Er werde die kommende Nacht in der Lobby seines Hotels verbringen, weil er kein Zimmer mehr bekommen habe.

Sturm abgeschwächt

Die sechsfache Mutter Fermina Gonzáles flüchtete sich mit ihren Kindern in eine Volksschule. "Gott weiß, wie viele Nächte wir noch hier bleiben müssen", sagte sie. In dem Gebäude fanden etwa 150 Menschen Zuflucht, ihnen wurde von Angehörigen der Marine und dem Roten Kreuz geholfen. Ein Hotelmanager in San José del Cabo betonte, es gebe keine Panik unter den Urlaubern. "Das Hotel ist sicher und kann in eine Notunterkunft umgewandelt werden", versicherte Daniel Manzini vom Hyatt Place.

Laut dem US-Hurrikanzentrum schwächte sich der Sturm auf der fünfstufigen Saffir-Simpson-Skala mittlerweile von Kategorie vier auf drei ab. Über Land verlor "Odile" an Kraft und zog als Hurrikan der Kategorie 1 weiter nach Norden. Rund 70 Kilometer südöstlich von Loreto wurden am Montagnachmittag (Ortszeit) allerdings noch Windgeschwindigkeiten von 130 Stundenkilometern gemessen. (APA, 15.9.2014)

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