OECD senkt Prognosen für Eurozone und USA

15. September 2014, 11:29
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In Eurozone heuer nur noch 0,8 statt 1,2 Prozent BIP-Plus erwartet, 2015 statt 1,7 Prozent lediglich 1,1 Prozent - Hauptrisiko: Geringe Inflation könnte Nachfrage zusätzlich schwächen

Paris - Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht von einem schwächeren Wachstum in fast allen Mitgliedsländern aus. Ihre Konjunkturprognosen reduzierte die OECD verglichen mit ihrer letzten Projektion von Anfang Mai bis auf wenige Ausnahmen durch die Bank weg. Zusammenfassend ist in einer Mitteilung vom Montag die Rede von einem "moderaten und unsteten" Wachstum.

Die Entwicklung in großen Volkswirtschaften klaffe zusehends auseinander. Als besonders problematisch wird die anhaltend schwache Konjunktur im Euroraum hervorgehoben. "Die Erholung im Euroraum ist enttäuschend geblieben, vor allem in den größten Ländern Deutschland, Frankreich und Italien", schreibt die OECD. Den Euroraum sieht man jetzt heuer nur noch um 0,8 Prozent wachsen, bisher wurden 1,2 Prozent Plus erwartet. Für 2015 wurde die Euroraum-Prognose sogar von 1,7 auf 1,1 Prozent zurückgenommen.

Politische Risiken

Das Hauptrisiko sei, dass die Inflation gering bleibe und die schwache Nachfrage zusätzlich schwächle. "Eine Inflation nahe Null erhöht auch klar das Risiko, in eine Deflation zu fallen, was die Stagnation verfestigen und die Schuldenlast erhöhen könnte." Besonders deutlich wurden die Wachstumserwartungen für Italien gesenkt. Für dieses Jahr erwartet die OECD einen spürbaren Rückgang der Wirtschaftsleitung.

Neben Gefahren aus dem Euroraum nennt die OECD zusätzliche Wachstumsrisiken. Verwiesen wird auf zahlreiche Konfliktherde wie in der Ostukraine oder im Mittleren Osten. Auch das am Donnerstag stattfindende Unabhängigkeitsreferendum in Schottland wird genannt. Darüber hinaus sieht die Organisation Risiken in den Schwellenländern, etwa in der hohen Verschuldung dortiger Unternehmen oder einer erneuten Kapitalflucht im Zuge einer geldpolitischen Straffung in den USA.

An den Finanzmärkten sieht die OECD das Risiko einer zu großen Gelassenheit: "Die Robustheit der Finanzmärkte scheint im Widerspruch zu stehen zur Verschärfung vieler erheblicher Risiken." Angesichts der Rekordjagd an zahlreichen Börsen bestehe die Möglichkeit, dass Risiken nicht richtig "eingepreist" seien. Es bestehe die Gefahr einer plötzlichen Korrektur. (APA, 15.9.2014)

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