Ausnahmezustand im Nordwesten Kroatiens ausgerufen

15. September 2014, 14:33
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Bisher höchster Wasserstand der Mur gemessen - Auch Serbien hat Probleme mit Hochwasser

Sisak - Nach der Hochwasserkatastrophe im Mai in Slawonien sind nun erneut Gebiete in Kroatien von Überschwemmungen heimgesucht worden. In mehreren Gemeinden im Nordwesten des Landes wurde nach starken Regenfällen am Wochenende der Ausnahmezustand ausgerufen, betroffen waren auch die Städte Karlovac und Sisak. Straßen und Häuser standen unter Wasser, es kam zu Hangrutschungen.

Die Mur bei der Ortschaft Mursko Sredisce trug am Montagmorgen mit 5,35 Metern den bisher höchsten gemessenen Wasserstand, sagte Zoran Djurokovic vom Hochwasserschutzzentrum Kroatiens im kroatischen Radio HR. 700 Soldaten und etwa 1.000 Freiwillige beteiligten sich an Schutzmaßnahmen. Straßen und Eisenbahnlinien wurden streckenweise gesperrt.

Wasser soll weiter steigen

Die Wasserstände der Flüsse werden in den kommenden zwei bis drei Tagen weiter steigen, erwarteten Experten. Vor allem Sisak fürchtet neue Wassermassen, die die Flüsse Kupa und Save heute und morgen bringen werden.

Probleme im Osten Serbiens

Starke Regenfälle haben am Montag auch Probleme im Osten Serbiens verursacht. Die an der Donau liegende Kleinstadt Kladovo an der Grenze zu Rumänien war samt umliegenden Dörfern auf dem Straßenweg nicht erreichbar.

Laut dem staatlichen TV-Sender RTS sind in der Region innerhalb von 24 Stunden 150 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, 115 Liter allein seit den Morgenstunden. In der Stadt Kladovo mit ihren knapp 9.000 Einwohnern ist zwar nicht die Donau über die Ufer getreten, allerdings mehrere Bäche. Darüber hinaus gab es mehrere Erdrutsche, einer davon etwa drei Kilometer entfernt vom serbisch-rumänischen Wasserkraftwerk Donau.

Der Verkehr zwischen Kladovo und Negotin war unterbrochen, nachdem das Wasser eine Brücke über den Fluss Podvrska mitgerissen hatte. Der Sender "B-92" berichtete, dass Einwohner einiger Dörfer um Kladovo mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht werden müssten. Über die Probleme wurde auch aus dem nahen Majdanpek berichtet. Auch dort wurden diese von kleinen Flüssen verursacht, die sich in reißende Fluten verwandelten. (APA, 15.9.2014)

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