Flotte Biene, Wespentaille

15. September 2014, 09:10
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Psycho-Sumsi: Warum die Biene Maja im Kinofilm gar so verhungert aussieht.

Himmel, ist das herzig: Die Biene Maja "neu" kommt ins Kino, in 3-D, mit Nina und Cosma Shiva Hagen als Synchronstimmen und auch sonst mit allem, was dazugehört. Konkret sind schon vor dem Filmstart die ersten Merchandisingartikel in die Supermarktregale geschlichtet worden, neben Fruchtgummi-Majas mit Bananenaroma (?) auch urliebe Keksbackmischungen für "Biene Maja Woopies" ("mit zwei Glasuren!") oder "Biene Maja Schmetterlings-Muffins mit Knuspermandeldekor". Also wenn das nicht lecker ist, ursüß ist es auf jeden Fall!

Maja als Keksi-Testimonial einzusetzen ist natürlich aufgelegt, Bienen stehen schließlich in einem Naheverhältnis zu pickigen Substanzen.

Nur stellt die neue Maja halt gar so ein dürres Klappergestell von einer Biene dar. Wo sich ältere Semester noch an die Original-Maja von 1974 mit putzigem Schleckerbäuchlein und mutigem Querstreifen-Look erinnern, muss nun ein ausgezehrt großkopfertes Magermodel über die Leinwand taumeln.

Müssen wir uns Sorgen machen? Haben Monokultur, Pestizideinsatz und industriehörige Landwirtschaftsminister aus der flotten Biene eine bulimische Psycho-Sumsi gemacht, die ihren Honig nicht mehr bei sich behalten kann?

Die Wahrheit ist leider deutlich schlichter: Eine Maja mit Wespentaille kann die Zuckerbomberln aus den Merchandisingverträgen noch viel unschuldiger verklopfen. (corti, DER STANDARD, 15.9.2014)

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