Erfolge für CDU und AfD bei Landtagswahlen im Osten Deutschlands

14. September 2014, 20:04
214 Postings

In Thüringen und in Brandenburg konnte die CDU am Sonntag zulegen. Die SPD hingegen verlor in beiden Ostländern. Der AfD gelang der Sprung in den Landtag locker. Die Linke schaffte ein zwiespältiges Resultat.

Gleich zwei Landtagswahlen fanden am Sonntag in Ostdeutschland statt, und beide Male konnte die CDU zulegen. Nach ersten Prognosen stieg sie in Thüringen von 31,2 auf 34 Prozent, in Brandenburg von 19,8 auf 23 Prozent.

Weniger Grund zur Freude hatte die SPD. In Thüringen sackte sie von 18,5 auf 13 Prozent ab, in Brandenburg von 33 auf 32,5 Prozent. Dort blieb sie aber stärkste Kraft. Bitter ist das Ergebnis vor allem in Thüringen für die SPD. Es zeigt, dass der SPD ihre Juniorpartnerschaft unter CDU-Führung von den Wählern nicht gedankt wurde.

Die Linken können die Wahlen mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen. Während sie in Brandenburg massive Einbußen von 27,2 auf 21 Prozent hinnehmen mussten, legte die Thüringer Linke unter Führung von Bodo Ramelow noch eine Schippe drauf und steigerte sich von 27,4 auf 28 Pozent. Gemäß den ersten Prognosen wackelten am Wahlabend in Thüringen beide Konstellationen: die Fortsetzung einer schwarz-roten Koalition, aber auch eine rot-rot-grüne unter Führung der Linkspartei als stärkste Kraft.

FDP fliegt aus dem Landtag

Ramelow war ja angetreten, um der erste linke Ministerpräsident von Deutschland zu werden. Er hatte sich vorgenommen, ein Bündnis aus Linken, SPD und Grünen zu schmieden.

Wie schon vor zwei Wochen bei der Landtagswahl in Sachsen flog die FDP auch in Thüringen und Brandenburg aus dem Landtag. Die eurokritische "Alternative für Deutschland" (AfD) hingegen schaffte in beiden Ländern locker den Sprung in die Landesparlamente. Vor zwei Wochen in Sachsen war die rechtskonservative Partei in den ersten deutschen Landtag eingezogen. Auch bei der EU-Wahl im Mai hatte die AfD schon ein starkes Ergebnis von sieben Prozent ins EU-Parlament gezogen. Den Sprung in den Bundestag hingegen hatte die AfD im Herbst 2013 knapp verpasst.

In Thüringen regierte in den vergangenen fünf Jahren Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) mit der SPD. Sie hatte kurz nach der letzten Wahl (2009) Dieter Althaus abgelöst, der den ganzen Wahlkampf über durch seinen Skiunfall in der Steiermark schwer belastet war. Beim Zusammenprall mit Althaus war eine junge Mutter ums Leben gekommen.

Linke stärker als SPD

Die CDU hatte 2009, nach diesem Unfall, so schwach abgeschnitten, dass SPD, Linke und Grüne theoretisch ein Dreierbündnis und den Ministerpräsidenten hätten stellen können. Doch in diesem Bündnis war nach der Wahl 2009 die Linke die stärkste Kraft. Und die Sozialdemokraten waren noch nicht bereit, einen Linken zum Ministerpräsidenten zu wählen. Umgekehrt weigerte sich Linken-Mann Bodo Ramelow, einem Kandidaten der wesentlich schwächeren SPD das Feld zu überlassen.

In Brandenburg, wo am Sonntag zum ersten Mal auch schon die 16-Jährigen wählen konnten, regierte bisher Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mit der Linkspartei. Zurzeit ist Brandenburg das einzige Bundesland, das von Rot-Rot regiert wird. Den Unmut der Wähler bekamen offensichtlich vor allem die Linken als der kleinere Koalitionspartner ab. Die Fortsetzung von Rot-Rot ist möglich, aber auch ein Bündnis aus Sozialdemokraten und CDU.

Die drei Wahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg waren die einzigen deutschen Landtagswahlen im Jahr 2014. (Birgit Baumann aus Berlin, DER STANDARD, 15.9.2014)

  • Jubel bei der "Alternative für Deutschland" (AfD).
    foto: reuters/hanschke

    Jubel bei der "Alternative für Deutschland" (AfD).

  • In Thüringen bleibt die CDU mit Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (li.) stärkste Kraft. Das freut auch Bundeskanzlerin Angela Merkel.
    foto: dpa/reichel

    In Thüringen bleibt die CDU mit Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (li.) stärkste Kraft. Das freut auch Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Share if you care.