Schluss mit der Hinhaltetaktik im Südsudan!

Kommentar der anderen14. September 2014, 17:55
11 Postings

Millionen Menschen sind Opfer des Versagens ihrer politischen Führung

Seit sieben Monaten dauert der Bürgerkrieg im Südsudan schon an. Die politische Elite des Südsudans liefert sich einen Machtkampf, der das Land in eine Katastrophe von bedrohlichen Ausmaßen gestürzt hat. Drei Jahre nach den Unabhängigkeitsfeiern sieht die Bevölkerung des Südsudans die mühsam errungenen Früchte ihres Kampfs für den Frieden dahinschwinden. Alle, die für Frieden und Sicherheit gestimmt haben, für ihr Recht, als souveränes Volk ihren Weg zu gehen, sind erneut Opfer eines kläglichen Versagens der Politik ihres Landes geworden.

Eine Choleraepidemie bedroht jetzt das Leben tausender Menschen. 1,5 Millionen wurden aus ihren Häusern vertrieben, und die Gefahr einer Hungersnot wird von Tag zu Tag konkreter. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung - 7,3 Millionen Menschen - leiden Hunger, und 50.000 Kinder könnten noch dieses Jahr daran sterben, wenn die Nothilfe sie nicht erreicht. Im Südsudan erleben wir zurzeit die weltweit schlimmste Nahrungsmittelkrise, aber selbst die Gefahr einer weitverbreiteten Hungersnot konnte die politische Führung des Landes nicht dazu bewegen, dem Volk, das sie führen und beschützen sollen, den Frieden zu bringen. Die beiden Konfliktparteien haben die Bereitstellung lebenswichtiger humanitärer Hilfe immer wieder bewusst blockiert.

Drei-Punkte-Plan

Im April haben wir öffentlich einen Drei-Punkte-Plan für den Südsudan gefordert: sofortige Beendigung der Kämpfe, Aufstockung der Gelder für die humanitäre Hilfe und Achtung des humanitären Völkerrechts. Im Mai haben wir uns in Oslo mit Vertretern der südsudanesischen Regierung und der Opposition getroffen. Dabei haben wir weitere konkrete Hilfen in der Höhe von 610 Millionen Dollar in Aussicht gestellt: eine enorme Summe, wenn man bedenkt, dass aufgrund der anderen aktuellen Krisenherde zahllose weitere Menschen unserer Hilfe bedürfen.

Es ist an der Zeit, dass Regierung und Opposition das Ruder herumreißen, sich kompromissbereit zeigen und die Geschicke ihres Landes in die Hand nehmen. Wir verurteilen, dass die politische Führung des Landes bisher nichts in Richtung eines echten Waffenstillstands unternommen hat. Schluss mit der Hinhaltetaktik!

Valerie Amos UN-Nothilfekoordinatorin

Borge Brende Außenminister von Norwegen

Kristalina Georgieva EU-Kommissarin für Internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion

Rajiv Shah US-Behörde für internationale Entwicklung USAID

Share if you care.