Zwei niederländische Ärzte mit Ebola-Verdacht ausgeflogen

15. September 2014, 14:16
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Liberia entließ Beamte auf Auslandsreise, weil sie nicht mehr zurückkehrten

Monrovia/Freetown/Conakry - Im westafrikanischen Sierra Leone ist erneut eine Ärztin am Ebola-Virus gestorben. Die Medizinerin sei am Dienstag positiv getestet und zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht worden, erklärte ein Beamter der Gesundheitsbehörden am Sonntag. Zuvor waren bereits drei Ärzte in dem Land dem Virus zum Opfer gefallen. Zudem starben bereits rund 50 Krankenschwestern in Sierra Leone an Ebola.

Zwei niederländische Ärzte wurden unterdessen wegen des Verdachts auf eine Ebola-Erkrankung in ihre Heimat ausgeflogen, wie die Stiftung mitteilte, für die die Mediziner tätig sind. Die Ärzte seien in einem Spital im niederländischen Leiden unter Quarantäne gestellt worden und würden untersucht. Sie könnten sich ebenfalls in einem Krankenhaus in Sierra Leone infiziert haben.

Liberia entließ Beamte

Liberia hat im Kampf gegen die Ebola-Seuche zehn hochrangige Staatsdiener im Ausland gefeuert, die einem Aufruf zur Rückkehr in ihre Heimat nicht gefolgt waren. In einer am späten Samstagabend veröffentlichten Erklärung hieß es, sie hätten sich "unentschuldigt außerhalb des Landes aufgehalten" und sich "gefühllos angesichts der nationalen Tragöde" gezeigt.

Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf habe daher ihre sofortige Entlassung angeordnet. Die zehn Betroffenen - darunter zwei Staatssekretäre - seien im August zurückbeordert worden.

Afrikanische Union entsendet Experten

Im Kampf gegen das Ebola-Virus will nun die Afrikanische Union (AU) ein medizinisches Expertenteam in die betroffenen Regionen entsenden. Zunächst sollen 30 Spezialisten im Rahmen der Mission ASEOWA (AU Support to Ebola Outbreak in West Africa) nach Liberia geschickt werden, teilte die Staatengemeinschaft am Montag mit. Ein weiteres Team soll bald nach Sierra Leone aufbrechen.

Die freiwilligen Helfer, darunter Epidemiologen, Ärzte und Kommunikationsexperten, stammen aus Uganda, Ruanda, dem Kongo, Nigeria und Äthiopien. Derzeit werde das erste Team in der äthiopischen Hauptstadt auf den am Mittwoch beginnenden Einsatz vorbereitet, hieß es. "Dies ist die Zeit, in der Afrika Solidarität mit den betroffenen Ländern zeigen muss", sagte der AU-Kommissar für Soziales, Mustapha Sidiki Kaloko.

Am schwersten von der Epidemie betroffen sind die westafrikanischen Länder Sierra Leone, Liberia und Guinea. Mehr als 2.400 Menschen sind bereits an dem Ebola-Virus gestorben. (APA/Reuters, 15.9.2014)

  • 2.400 Tote bisher in Westafrika.
    foto: apa/epa/ahmed jallanzo

    2.400 Tote bisher in Westafrika.

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