Resolution gegen Japans Walfangpläne, erstmals Fangquote für Grönland 

15. September 2014, 13:29
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Neuseeländische Resolution gegen japanische Waljagd und Zugeständnis einer Fangquote an Grönlands Ureinwohner zum Auftakt der Tagung der Internationalen Walfangkommission

Portoroz - Neuseeland hat zum Auftakt der alle zwei Jahre tagenden Vollversammlung der Internationalen Walfangkommission (IWC) im slowenischen Adriaort Portoroz beantragt, Japans neue Walfangpläne zu untersagen.

Unabhängige Untersuchung

Tokio hatte zuvor angekündigt, die Waljagd zu wissenschaftlichen Zwecken wieder aufnehmen zu wollen. In der Resolution wird verlangt, dass Wissenschafter der IWC den tatsächlichen wissenschaftlichen Wert der neuen japanischen Pläne unabhängig überprüfen. Vor sechs Monaten hatte der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag bereits ein ähnliches Walfangprogramm Japans für illegal erklärt.

Die Inuit auf Grönland haben indes erstmals die offizielle Erlaubnis erhalten, eine gewisse jährliche Anzahl von Walen zu erlegen. Eine klare Mehrheit der IWC-Delegierten räumte ihnen am Montag das Recht ein, 178 Zwergwale, 19 Finnwale, zehn Buckelwale und zwei Grönlandwale im Jahr zu töten.

Quote für Grönland

Die neue Fangquote solle den Traditionen der Inuit gerecht werden. Kritiker bezeichneten die Entscheidung, die zu Beginn des viertägigen Treffens von fast 90 Staaten im slowenischen Badeort Portoroz gefallen war, hingegen als Skandal.

Tier- und Umweltschützer fänden es zwar "prinzipiell richtig, dass Grönlands Ureinwohner eine Quote bekommen", sagte Sandra Altherr von Pro Wildlife als Konferenzbeobachterin in Portoroz. Allerdings sei die Zahl der zum Erlegen freigegebenen Tiere viel zu hoch. Der tatsächliche Bedarf an Walfleisch sei in Grönland laut einer Studie um ein Drittel niedriger. Walfleisch werde aber in Supermärkten angeboten sowie auf Kreuzfahrtschiffen und in Touristenrestaurants verkauft - und dafür solle die Quote nicht gelten.

Kritik an Island

Die EU, die USA und sechs weitere Länder protestierten zudem scharf gegen den Walfang von Island. Eine entsprechende Erklärung wurde in Reykjavik übergeben. Darin wird kritisiert, dass das Land seit 2009 jährlich weit über 120 Finnwale erlegt habe, obwohl es in den zwei Jahrzehnten zuvor nur sieben pro Jahr waren. Damit unterlaufe Island das vor fast drei Jahrzehnten beschlossene weltweite Moratorium für kommerziellen Walfang und gefährde die ohnehin stark bedrohten Tiere. (APA/red, derStandard.at, 15. 9. 2014)

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IWC

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