Landtagswahlen im Osten Deutschlands

14. September 2014, 14:50
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Zeichen auf Rot-Rot in Potsdam, Thüringer CDU bangt um die Macht

Erfurt/Potsdam/Brandenburg - Bei trüben Wetter sind am Sonntag die Landtagswahlen in den ostdeutschen Bundesländern Thüringen und Brandenburg angelaufen. Nach schleppendem Beginn zog die Wahlbeteiligung zumindest in Thüringen im Laufe des Vormittages an. Bis 12.00 Uhr hatte nach Angaben des Landeswahlleiters bereits jeder fünfte Wahlberechtigte seine Stimme abgegeben.

Vor fünf Jahren waren es zu diesem Zeitpunkt erst 18 Prozent. Aus Brandenburg lagen am Mittag noch keine Zahlen vor.

Vier Millionen Wähler

Insgesamt sind fast vier Millionen Wähler aufgerufen, über die Zusammensetzung der beiden Parlamente zu entscheiden. Der Ausgang birgt Spannung: Die Koalition aus Christ- und Sozialdemokraten in Erfurt und das Bündnis aus Sozialdemokraten und Linkspartei in Potsdam können zwar mit einer Bestätigung rechnen. Es sind aber auch ganz andere Konstellationen möglich.

In Thüringen schließt die SPD nach fünf Jahren als Juniorpartner der CDU nicht aus, in eine von den Linken geführte rot-rot-grüne Regierung zu gehen. Der Spitzenkandidat der Linken, Bodo Ramelow, will der erste linke Ministerpräsident in Deutschland werden. Die Partei Die Linke ist aus der früheren DDR-Staatspartei SED hervorgegangen.

Regierungschefin Christine Lieberknecht sagte bei ihrer Stimmabgabe, sie hoffe auf eine hohe Wahlbeteiligung. Ramelow äußerte die Hoffnung, von den Wählern den Auftrag für einen "Politikwechsel" bekommen.

In Brandenburg geht die seit 1990 regierende SPD als Favorit ins Rennen. Die Linke muss Umfragen zufolge mit deutlichen Einbußen rechnen, die CDU dürfte zweitstärkste Kraft werden. Ministerpräsident Dietmar Woidke zeigte sich bei seiner Stimmabgabe in Forst optimistisch, seine Arbeit fortsetzen zu können. Welchen Koalitionspartner er dabei bevorzugen würde, ließ er offen.

In beiden Ländern dürfte die rechtskonservative Alternative für Deutschland (AfD) neu ins Parlament einziehen. Bei der Wahl in Sachsen hatte sie vor zwei Wochen fast zehn Prozent der Stimmen geholt. Die FDP (Liberale) dürfte dagegen in beiden Ländern an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Sie säße dann in keinem Ost-Parlament mehr und deutschlandweit nur noch in sechs von 16 Landtagen. (APA/dpa, 14.9.2014)

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