Vienna Fashion Week: Alwa Petroni, Zoe, Peschev, Elfenkleid

14. September 2014, 10:35
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Modewoche, Tag vier: Von Hochzeits- und von Blumenkleidern und einer Warnung vor der "Apokalypse drohenden Krieges“

"Stellen Sie sich vor, ein neues Jahrhundert würde nicht mit der eigentlichen Jahrhundertwende, sondern mit dem Jahr 14 beginnen.“ Auf solch einen PR-Text musste man also bis zum vierten Tag warten. Der lässt verstehen, dass die Designerin Alwa Petroni Couture macht, die bei allem Wissen um Vergangenes zeitgemäß sein will. Ohne einen Verweis auf die Wiener Werkstätte und Emilie Flöge scheint das in Wien allerdings nicht zu funktionieren. Angerührt mit den Ideen der "modischen Avantgarde der Sechziger“, tragen die Models in ihren schwarz-weißen Entwürfen immerhin angekettete Handys mit sich.

Die Schau schließt mit einem bodenlangen Kleid mit feuerroten Applikationen um den Hals. Das Kleid soll vor der "Apokalypse des drohendes Krieges warnen“.

foto: © thomas lerch
Alwa Petroni

Zum Glück schließt die Präsentation von Inge Cecka direkt an. Die macht auch Couture, hält sich aber nicht mit langen Erklärungen auf. Hier flattert es von knie-bis bodenlang, dazwischen Beinschlitze, blumenumrankte Ausschnitte, das bewährte Programm. Das gut gefüllte Zelt freuts, Applaus für die Designerin, die wie Alwa Petroni offensichtlich gerne ihre eigenen Entwürfe trägt.

foto: © thomas lerch
Zoe by Inge Cecka

Bei Anelia Peschev findet die fesche Wiener Society wieder einmal in der ersten Reihe zusammen. Die Party-Fotografen tun ihren Dienst, Bussi Bussi, schön, sich endlich mal wieder zu sehen. Tatsächlich gibt es bei Peschev nicht nur in der Frontrow was zu entdecken. Auf dem Laufsteg viel Farbe erst einmal, Rosa, Pink, Metallic, kleine Comicelemente werden hier und da appliziert.

Ein wadenlanges Hemdblusenkleid, überknielange Culottes, versteifte Oberteile, ein angedeuteter Muschelsaum, Rüschen-Elemente, die unter einem langen Kleid hervorblitzen. Anelia Peschevs Kollektion kann der Reihe eins für das kommende Frühjahr nur wärmstens empfohlen werden.

foto: © thomas lerch
Anelia Peschev

Und dann also Elfenkleid, das Label, das im letzten Jahr nach München expandierte. Die Designerinnen Sandra Thaler und Annette Prechtl haben wie Michalsky am Eröffnungsabend ein DJ-Pult am Rande des Laufstegs platziert, Manfred Hofer am Bass, dazu auf dem Laufsteg: Ein sonnengelber Jersey-Overall und in der Taille gegürtete Kleidchen werden mit Hüten und den Boots von Silvia Gattin kombiniert.

Dann, Elfenkleid hat in den letzten Jahren vor allem mit dem Run aufs Heiraten Erfolg, eine ganze Armada an Brautkleidern. Die warten mit einer Menge schöner Einfälle, wie die Braut demnächst den Schleier tragen könnte, auf. Zum Schluss natürlich noch der Brautstrauß-Wurf. Es wird wohl niemand behaupten, während der Modewoche Wien sei nicht für Unterhaltung gesorgt. (Anne Feldkamp, derStandard.at, 14.9.2014)

foto: © thomas lerch
Elfenkleid


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