Staats- und Volksoper brauchen mehr Subvention

13. September 2014, 13:04
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Holding-Chef Rhomberg: Burgtheater könne nicht damit rechnen, denn dort habe man "über die Verhältnisse gelebt"

Wien - Staatsoper und Volksoper benötigen nach Ansicht des interimistischen Bundestheater-Holding-Chefs Günter Rhomberg eine Erhöhung ihrer Basisabgeltung, das Burgtheater darf nicht damit rechnen. "Dort ist klar: Man hat über die Verhältnisse gelebt. Mit 48,6 Millionen Euro Basisabgeltung lässt sich sicher hervorragendes Theater machen", sagt Rhomberg im "Kurier" (Samstag-Ausgabe).

Wie auch in der "Presse" lässt der Theater-Manager, der gleichzeitig Vorsitzender der Josefstadt-Stiftung ist, keinen Zweifel daran, dass er die kommenden Monate (sein Vertrag läuft bis Ende 2015) dafür nützen möchte, die Rechtsgrundlagen der Holding zu verändern: "Die Ausgliederung Ende der 90er Jahre war eine halbe Sache. Jetzt hat man die Chance, daraus eine wirkliche zu machen", sagt er im "Kurier": "Meine Tendenz geht eindeutig Richtung Stärkung der Verantwortung der Holding. Und damit auch zu einer stärkeren Anbindung der Töchter, also Burgtheater, Staats- und Volksoper sowie Art for Art Theaterservicegesellschaft."

"Keine unmittelbaren Cash-Erfordernisse"

Bis es auch zu neuen Vereinbarungen über die Bundessubventionen komme (Rhomberg wünscht sich eine automatische Abgeltung der jährlichen Tariflohnerhöhungen) müsse auf die Subsatz zurückgegriffen werden: "Wenngleich keine unmittelbaren Cash-Erfordernisse bestehen, wird dennoch in einem ersten Schritt nicht betriebsnotwendiges Vermögen verkauft."

Rhomberg kritisiert den entlassenen Burgtheater-Direktor Matthias Hartmann ("Der Direktor war großzügig mit sich selbst.") und sieht derzeit auch keinen nahen Vergleich im laufenden Arbeitsgerichts-Prozess: "Hartmann hat aus meiner Sicht seine umfassende Verantwortung als Geschäftsführer nicht wahrgenommen."

Problematisch ist für den Holding-Geschäftsführer der Zeitpunkt der Bestellung eines neuen Burgtheater-Direktors, die bis Jahresende über die Bühne gehen soll: "Wer auch immer das sein wird: Sie oder er übernimmt ein Haus, dessen genaue budgetäre Situation sie oder er nicht kennen kann." (APA, 13.9.2014)

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