Starkregen sorgt für weitere Überflutungen

14. September 2014, 09:13
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Hangrutschungen in der Steiermark, 3.500 Feuerwehrleute im Einsatz

Graz - Die massive Regenfront, die seit Freitagabend über die Steiermark zog, hat für Überschwemmungen und teils auch Hangrutschungen gesorgt. Von einer weiteren Gewitterfront am Samstagabend waren laut Landesfeuerwehrverband vor allem die Bezirke Leibnitz, Graz-Umgebung, Weiz wie auch Teile des Bezirkes Südoststeiermark betroffen. Steiermarkweit waren rund 3.500 Feuerwehrleute im Einsatz.

Wegen Murenabgängen bleibt im Bezirk Leibnitz die Südbahnstrecke der ÖBB zwischen Leibnitz und Spielfeld-Strass bis Montagabend gesperrt. Der Ersatzbusbetrieb wurde 15 Minuten vorverlegt, damit Pendler aus Richtung Spielfeld-Strass die Anschlusszüge rechtzeitig erreichen. Noch bis Sonntagnachmittag bleibt die Ostbahnstrecke zwischen Jennersdorf und Szentgotthard unterbrochen, teilte die ÖBB mit.

Über die Ufer getretene Bäche, überflutete Straßen, Gebäude und landwirtschaftliche Flächen prägten das Bild seit Samstagabend in den betroffenen Gebieten. Mit Tauch- und Schmutzwasserpumpen wurde gegen die Widrigkeiten der Natur gekämpft , vereinzelt mussten laut Thomas Meier vom Landesfeuerwehrverband auch umgestürzte Bäume beseitigt werden. Seit den frühen Morgenstunden sei die Zahl der Notrufe zurückgegangen.

Ein Hotspot im Bezirk Leibnitz war die Gemeinde Heimschuh, wo die großflächigen Überflutungen den Einsatz von gleichzeitig zwölf Feuerwehren notwendig machten. Eine Ölmühle stand einen Meter unter Wasser, Sonntagfrüh waren es noch immer 40 Zentimeter.

Leichte Entspannung in Leibnitz

Insgesamt waren im Bezirk 400 Kräfte eingesetzt. In Leibnitz musste ein Pfadfinderlager evakuiert werden, in Kaindorf an der Sulm wurden die Wochenendhäuser am Sulmsee evakuiert, in Untergralla mussten die Pferde eines Reitstalls in Sicherheit gebracht werden, zählte Herbert Putz vom Bereichsfeuerwehrverband Leibnitz auf. In St. Johann im Saggautal bereiteten zahlreiche Hangrutschungen Sorge: hier mussten Personen über die Nacht ihre Häuser verlassen. Laut Landeswarnzentrale hat sich die Situation im Bezirk Leibnitz in der Nacht etwas entspannt. Die Pegelstände stagnierten oder waren bereits wieder rückläufig.

In den Bezirken Leibnitz und Deutschlandsberg standen Sonntagfrüh nach wie vor 15 Feuerwehren im Einsatz. Aufgrund des hohen Grundwasserspiegels schloss man weitere Einsätze nicht aus.

Laut Prognose der ZAMG war Sonntagfrüh zu erwarten, dass sich das größte Niederschlagsvolumen auf den Norden der Steiermark verlagert. Für den Nachmittag waren aber auch speziell im Süden gewittrige Regenschauer nicht auszuschließen.

Im Grazer Stadtgebiet hat der Starkregen am Samstag dazu geführt, dass die Stege, Radwege und Unterführungen entlang der Mur gesperrt werden mussten. Der Wasserstand der Mur hatte Samstagnachmittag mit 507 Zentimetern die Fünf-Meter-Vorwarnmarke überschritten und sich laut Einsatzoffizier Gerald Wonner vom Katastrophenschutz sowie der Feuerwehr der Stadt Graz nunmehr stabilisiert. Die Einsatzkräfte hatten rund 70 Einsätze aufgrund des Hochwassers, vor allem mussten sie zu Pumparbeiten und zur Beseitigung von Verklausungen ausrücken. Die Sperren an der Mur bleiben aufrecht.

Niederösterreich ebenfalls betroffen

Die starken Regenfälle der vergangenen Stunden haben auch in Niederösterreich zu ersten Überschwemmungen geführt. Nach Angaben des Landesfeuerwehrkommandos trat in der Nacht auf Sonntag in Wolfsthal (Bezirk Bruck an der Leitha) ein Teich über die Ufer und setzte mehrere Häuser unter Wasser. Sieben Feuerwehren mit 65 Einsatzkräften waren mit Auspumparbeiten beschäftigt.

Der erste Notruf erreichte die Alarmzentrale der Feuerwehr um 1.50 Uhr. Eine Anrainerin des Gewässers meldete, dass ihr Schwimmbecken überflutet sei. In den folgenden Minuten gingen weitere Notrufe bei der Feuerwehr ein, den Anrufern zufolge stand das Wasser in ihren Kellern bis zu 75 Zentimeter hoch. Bei der Erkundung durch den Einsatzleiter der Feuerwehr stellte sich heraus, dass ein Löschteich neben dem Sportplatz über die Ufer getreten war.

Überflutungen

Das Wasser bahnte sich einen Weg durch kleine Gräben in der Ortschaft, die ebenfalls binnen weniger Minuten überliefen. Die Keller und teilweise Wohnräume von sechs Häusern wurden überflutet.

Die Feuerwehren setzten insgesamt acht Pumpen ein, um den Wasserspiegel des Teichs zu senken und die Keller auszupumpen. Manche Hausbesitzer schliefen so tief, dass sie gar nicht bemerkten, dass ihre Häuser überflutet wurden, sie wurden von der Feuerwehr geweckt. Die Pumparbeiten dürften noch bis in die Vormittagsstunden andauern.

In den restlichen Landesteilen kam es lediglich vereinzelt zu Unwettereinsätzen, teilte NÖ Feuerwehrsprecher Franz Resperger mit. In den meisten Fällen handelte es sich um überlastete Kanäle, die die Wassermengen nicht mehr aufnehmen konnten. Die Schäden waren gering.

Auch im Bezirk Baden haben die Regenfälle mehrere Keller unter Wasser gesetzt, teilte NÖ Feuerwehrsprecher Franz Resperger mit. Betroffen waren 60 Objekte in den Gemeinden Pottendorf, Mitterndorf und Ebreichsdorf.

In manchen Garagen stand das Wasser eineinhalb Meter hoch, zudem werde Wasser aus der Kanalisation in die Objekte gedrückt, so Resperger. 85 Feuerwehrleute von fünf Feuerwehren rückten zu Auspumparbeiten aus. (APA, 14.9.2014)

  • Vor allem die Regenfluten in weiten Teilen der Steiermark machten Bevölkerung und Feuerwehrleuten zu schaffen.
    foto: apa

    Vor allem die Regenfluten in weiten Teilen der Steiermark machten Bevölkerung und Feuerwehrleuten zu schaffen.

  • Im Bezirk Leibnitz in der Steiermark kam es ebenfalls zu Überschwemmungen.
    foto: apa/bfv leibnitz

    Im Bezirk Leibnitz in der Steiermark kam es ebenfalls zu Überschwemmungen.

  • Die Feuerwehr war im Einsatz.
    foto: apa/bfv leibnitz

    Die Feuerwehr war im Einsatz.

  • Die Situation im Großraum Paldau.
    foto: apa/lfv franz fink

    Die Situation im Großraum Paldau.

  • St. Florian in Deutschlandsberg.
    foto: bereichsfeuerwehrverbandes deutschlandsberg

    St. Florian in Deutschlandsberg.

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