Papst warnt vor "Wahnsinn des Kriegs"

13. September 2014, 16:51
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Besuch von österreichisch-ungarischem Soldatenfriedhof sowie Messe auf dem Weltkriegsdenkmal Fogliano Redipuglia in Friaul

Redipuglia/Vatikanstadt - Papst Franziskus hat am Samstag bei einer Messe an der italienischen Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs im friaulischen Fogliano Redipuglia einen eindringlichen Appell für Frieden und eine Anklage gegen Waffenhändler und Kriegshetzer gerichtet. "Der Krieg ist ein Wahnsinn", rief der Papst vor rund 100.000 Pilgern am Monument "Sacrario di Redipuglia" nahe Görz.

Ein "Dritter Weltkrieg" mit verschiedenen parallel laufenden Konflikten sei zurzeit im Gange, der Zerstörung und Tod verursache.

Konzelebranten des Gottesdienstes waren der Wiener Kardinal Christoph Schönborn, der Kärntner Bischof Alois Schwarz, die Bischofsvikare Werner Freistätter und Harald Tripp als Vertreter des österreichischen Militärordinariats, der Erzbischof von Zagreb Josip Bozanic sowie zahlreiche weitere Bischöfe und hohe Militärgeistliche aus Italien, Slowenien, Ungarn und Kroatien. Der italienische General Claudio Graziani überreichte dem Papst das Soldaten-Matrikelblatt seines Großvaters Giovanni Bergoglio, der dem Infanterieregiment "Bersaglieri" angehörte und im Ersten Weltkrieg an zwei Isonzoschlachten teilgenommen hatte.

Bei der Messe in Andenken an die Opfer aller Kriege übergab Papst Franziskus den Bischöfen aus allen am Ersten Weltkrieg beteiligten Länder Öllampen aus Assisi, dem Heimatort des Heiligen Franz.

Österreichisch-ungarischen Soldatenfriedhof

Zu Beginn seines Friaul-Besuchs hatte sich der Papst nach seiner Landung auf dem Flughafen von Triest zu dem österreichisch-ungarischen Soldatenfriedhof von Fogliano Redipuglia gegeben, auf dem sich die sterblichen Überreste von mehr als 14.500 Gefallenen der habsburgischen Armee befinden. Der Papst betrat alleine den Friedhof und betete auf dem Altar des Friedhofs und weilte lange auf einem der Massengräber, in dem sich die sterblichen Überreste mehrerer unbekannter Soldaten befinden. Der Papst verweilte auch zwischen den Gräbern mit den Namen der Soldaten aus den verschiedenen Ländern der habsburgischen Monarchie.

Tausende Pilger, darunter mehrere aus Kärnten und Slowenien angereiste Gläubige, warteten trotz strömenden Regens stundenlang auf den Papst vor dem österreichischen Friedhof. Die Weltkriegsgedenkstätte in Fogliano Redipuglia nahe der Stadt Görz erinnert an die zwölf Schlachten am Fluss Isonzo sowie an der Piave und der Dolomitenfront 1915 bis 1918. Das Monument ist Grabstätte für rund 100.000 italienische Gefallene. Insgesamt starben bei den Kämpfen zwischen Italien und Österreich-Ungarn Hunderttausende Soldaten. (APA, 13.9.2014)

  • Papst Franziskus beim Gottesdienst an der Weltkriegs-Gedenkstätte von Redipuglia am Samstag.
    foto: ap photo/paolo giovannini

    Papst Franziskus beim Gottesdienst an der Weltkriegs-Gedenkstätte von Redipuglia am Samstag.

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