"Mann/Frau" auf BR: Der Hipster-Single

12. September 2014, 18:36
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Christian Ulmen produzierte die Webserie "Mann/Frau"

Der männliche und weibliche Großstadtsingle - ein arg strapazierter Plot. Da will wenigstens die Form generalsaniert sein: Die von Christian Ulmen produzierten Folgen der Webserie "Mann/Frau" dauern nur drei Minuten, die Hauptfiguren und ihr Umfeld sind an das gemeine Hipster-Dasein angelehnt. Ganz altmodisch wandert die Serie ab Freitagabend aber doch in den Bayrischen Rundfunk, im Netz sind einige Folgen schon seit Anfang September viral.

Es ist ein chaotisches Dasein, das "Mann" und "Frau", wie die Hauptfiguren schlicht vorstellig werden, führen. Sie durchleben eine schon lange andauernde postpubertäre Phase, der - na freilich - erst mit einer funktionierenden Beziehung zu entwachsen ist. Auf dem Weg dorthin erleben sie nicht viel, was allerlei andere TV-Singles nicht auch schon durchgemacht hätten. Mann/Frau nimmt aber vorsichtshalber einen großen ironischen Sicherheitsabstand ein.

Nur weil sie beim Tratsch mit Freundinnen darüber, was bei Männern "gar nicht geht!" eine lustige Plüschhäschen-Haube trägt, dabei in einer grindigeren Wohnung sitzen als Carrie Bradshaw, und er bei der Suche in Onlinedating-Portalen - und wieder - selbstironisch die Augenbraue hebt, werden daraus keine neuen Geschichten. Auch in lässig ist ein Klischee nur ein Klischee. (Beate Hausbichler, DER STANDARD, 13./14.9.2014)

  • Christian Ulmen.
    foto: screenshot

    Christian Ulmen.

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