Pakistanisches Militär nimmt Malala-Attentäter fest

12. September 2014, 17:38
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Taliban dementieren Angaben der Armee - Kinderrechtsaktivistin im Oktober 2012 lebensgefährlich verletzt

Islamabad - Fast zwei Jahre nach dem Attentat auf die pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai hat die Armee nach eigenen Angaben die mutmaßlichen Täter festgenommen. Die zehn Verdächtigen gehörten zu der islamistischen Organisation Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP), teilte das Militär am Freitag mit.

Demnach führte ein gemeinsamen Einsatz von Armee, Polizei und Geheimdiensten zu der Festnahme. Die Schülerin war bei der Attacke lebensgefährlich verletzt worden.

"Involvierte Gruppe festgenommen"

"Die in den Angriff auf Malala Yousafzai involvierte Gruppe wurde festgenommen", sagte Generalmajor Asim Bajwa. Das Attentat sei von TTP-Führer Maulana Fazlullah in Auftrag gegeben worden. Ein Sprecher der TTP-Abspaltung Ehsanullah Ehsan bestritt die Angaben der Armee. Es seien drei Kämpfer in den Angriff verwickelt gewesen, hieß es in einer Erklärung der radikalen Gruppe. Einer von ihnen ist demnach bereits tot.

Am 9. Oktober 2012 waren mehrere Taliban-Kämpfer in den Schulbus gestiegen, in dem Malala saß. Einer schoss ihr gezielt in den Kopf und verletzte sie schwer. Dank einer raschen Notoperation in Pakistan und einer anschließenden Behandlung im Großbritannien überlebte das Mädchen das Attentat.

Sacharow-Preis

Malala wurde nach dem Angriff zur Behandlung nach Großbritannien gebracht, wo sie bis heute lebt. Im vergangenen November wurde die 17-Jährige mit dem Sacharow-Preis des Europaparlaments ausgezeichnet. Sie sei eine "Überlebende, eine Heldin, eine ungewöhnliche junge Frau", sagte der Präsident des Parlaments, Martin Schulz (SPD), damals. Die Jugendliche habe daran erinnert, dass "Bildung und Wissen die besten Waffen gegen Intoleranz, Gewalt und Armut" seien.

Bekannt wurde Malala mit einem Blog für den britischen Rundfunksender BBC, den sie im Alter von elf Jahren zu schreiben begann. Darin beschrieb die Tochter eines Schulleiters ihr Leben unter den radikalislamischen Taliban, die vorübergehend das Swat-Tal an der Grenze zu Afghanistan kontrollierten, bevor die Armee sie wieder vertrieb. Sie schrieb von den Gräueltaten der sogenannten Gotteskrieger, vor allem gegen Frauen und Kinder. (APA, 12.9.2014)

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