Real Madrid vor Stadtderby unter Druck

12. September 2014, 16:04
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Marca: "Ein Finale für Präsident Perez" - Leader Barcelona will "Momentum" nutzen

In der spanischen Primera Division steht der dritte Spieltag ganz im Zeichen des Stadtderbys Real gegen Atletico Madrid. Bei der Neuauflage des Champions-League-Finales sind die Stars der "Königlichen" sowie Trainer Carlo Ancelotti zu Hause am Samstag (20.00 Uhr) bereits angezählt. Tabellenführer FC Barcelona empfängt zuvor Athletic Bilbao (18.00 Uhr).

Beide Madrider Top-Clubs haben die ersten zwei Runden nicht ohne Punkteverlust über die Bühne gebracht. Meister Atletico erreichte zum Auftakt nur ein 0:0 gegen Rayo Vallecano, Champions-League-Sieger Real musste am zweiten Spieltag sogar eine 2:4-Schlappe gegen Real Sociedad einstecken. Augenscheinlich wurde dabei, dass Coach Ancelotti nach einem erneut regen Kommen und Gehen in der Sommerpause noch einiges an Arbeit vor sich hat, um das vor ein paar Monaten noch so reibungslos funktionierende System wieder zum Laufen zu bringen.

Den viel diskutierten Abgängen von Angel Di Maria (Manchester United) und Xabi Alonso (Bayern München) stehen die prominenten Neuzugänge James Rodriguez und Toni Kroos gegenüber. Ohne Anlaufschwierigkeiten können die beiden das blitzschnelle Konterspiel, das Real in der vergangenen Saison fast perfektioniert hatte, allerdings nicht umsetzen. Erschwerend hinzu kommt für Ancelotti, dass er im "Derbi madrileno" auch die verletzten Sami Khedira (Knie) und Dani Carvajal (Oberschenkel) vorgeben muss.

Aufregung königlicher Art

Bei einer weiteren Niederlage dürfte es im Umfeld des Clubs jedenfalls heftig zu gären beginnen. "Für Clubpräsident Florentino Perez ist diese Begegnung ein Finale", schrieb die Sportzeitung "Marca" am Freitag vielsagend. Perez besuchte am Donnerstag das Training und sprach mit den Profis. Das tut er sonst nur vor Endspielen oder ganz wichtigen Begegnungen. Dass die Nerven blank liegen, beweist auch die Tatsache, dass Cristiano Ronaldo nach der Niederlage in San Sebastian die Personalpolitik von Perez kritisierte und meinte, er hätte Di Maria und Alonso nie ziehen lassen.

Betont cool gibt sich unterdessen nach wie vor Ancelotti. "Ich werde die richtige Antwort finden", gab sich der Italiener überzeugt und verglich sein Team mit einem Diesel, der eben länger brauche als ein Benzinmotor, um seine Betriebstemperatur zu erreichen. "Ich habe eine Gruppe von Profis, die sehr konzentriert arbeiten, und Cristiano trifft in jedem Spiel", hob er die zwei wichtigsten Eckpfeiler für seinen Optimismus hervor.

Atletico mit Selbstvertrauen

Auch Atletico hat seine Mannschaft über die Sommermonate massiv umgebaut. Während etwa Goalgetter Diego Costa, Torhüter Thibaut Courtois und Filipe Luis (alle zu Chelsea) den Club verließen, kamen unter anderem Antoine Griezmann und Mario Mandzukic. Was sich nicht geändert habe, sei laut Verteidiger Juanfran jedoch der überragende Einsatzwillen und Zusammenhalt des Teams - und genau so wolle man auch den Stadtrivalen knacken. "Wir werden unseren Spielstil ganz sicher nicht verändern", stellte der Nationalspieler klar. Und Abwehrkollege Diego Godin legte nach: "Dass wir gegen Real zuletzt so viele Spiele und Titel gewonnen haben, gibt uns viel Selbstvertrauen." In den vergangenen neun Spielen gab es drei Atletico-Siege und vier Real-Erfolge.

Die einzige Mannschaft, die nach zwei Runden noch über eine blütenweiße Weste verfügt, ist Vizemeister Barcelona. Siege gegen Elche (3:0) und Villareal (1:0) gaben den Fans der "Blaugrana" dahin gehend Hoffnung, dass unter Neo-Coach Luis Enrique tatsächlich eine neue Erfolgskultur im Entstehen begriffen ist. "Die Verpflichtung von Luis Enrique war sehr gut für uns. Wir haben eine Veränderung gebraucht", meinte Linksverteidiger Jordi Alba. Gegen Bilbao will Barcelona den dritten Sieg im dritten Spiel klar machen. (APA, 12.9.2014)

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