Porsche Cayenne: Motor-Symphonie in Katalonien

14. September 2014, 13:56
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Ein großes, starkes SUV als Antwort auf den "Bobby-Car-Trend"

Irgendwo im Nirgendwo des Barcelona-Hinterlandes. Das 80-km/h-Pickerl auf der Heckklappe des alten Lieferwagens maximal ein Ausdruck der Hoffnung. Die wahre Ansage auf den engen katalanischen Bergstraßen folgt an diesem Sonnenmorgen unmittelbar dahinter: 4,8-Liter-V8-Biturbo - 520 PS. In 4,5 Sekunden von null auf hundert. Hola! Da raschelt es im Olivenhain.

Zwölf Jahre nach der Premiere hat Porsche den Cayenne in die Boxengasse geholt und der 2010 vorgestellten zweiten Generation ein Facelift verpasst. Ab Oktober ist die neue Premium-SUV-Klasse für den betuchten Offroad-Städter käuflich zu erwerben.

Alles unter der Haube

Dass die Stuttgarter am Herzstück - 276.000 Exemplare wurden von der ersten Generation abgesetzt, mehr als 303.000 Einheiten bisher von der zweiten - ordentlich Hand angelegt haben, ist auf den ersten Blick nicht gleich ersichtlich. Die optischen Retuschen sind bewusst behutsam ausgefallen. Der Porsche-Freund kann beruhigt sein: Die Klasse bleibt weit weg von der Masse. Der Cayenne sieht noch aus wie ein Cayenne.

Doch wohldosierte Kosmetik schadet nie: Die Front wurde modifiziert - vor allem Kotflügel und Motorhaube wirken jetzt deutlich breiter. Kleine Kunstgriffe, aber mit Effekt: Nach der Modellpflege steht er noch fetter und satter auf der Straße. Neu ist auch das Tagfahrlicht. Die Top-Version Cayenne Turbo ist außerdem serienmäßig mit LED-Scheinwerfern ausgestattet.

Innerliche Veränderung

Äußerliche Neuheiten sind meist Zeichen einer innerlichen Veränderung. Und unter der Haube hat sich viel getan: Alle Modelle bieten mehr Leistung und ein höheres Drehmoment bei gleichzeitiger (überschaubarer) Verbrauchsreduzierung. Ausgedient hat der 4,8-Liter-V8-Sauger im Cayenne S, jetzt speist ein 3,6-Liter-V6-Biturbo den Kraftlackel. In fünf Versionen wird der Cayenne künftig den Kleinwagenfreunden zeigen, wo der Bartel den Most holt: Cayenne S (420 PS), Cayenne Turbo (4,8-Liter-V8-Biturbo / 520 PS), Cayenne Diesel (3-Liter-V6-Turbodiesel mit 262 PS), Cayenne S Diesel (4,2-Liter-V8-Turbodiesel mit 385 PS) und als Premiere der Cayenne S E-Hybrid erstmals mit einem Plug-in-Hybridantrieb.

Das Fazit im spanischen Testbetrieb: It's Only Rock 'n' Roll - but I Like It. Mit unglaublicher Geschmeidigkeit bilden Auto und Gebirgsstraße eine Einheit. Da gilt es beide Hände sanft aufs angenehm kleine Sportlenkrad zu legen, denn das Echo des Gaspedals ist gerade beim Turbo gewaltig.

Kein Diesel-Tinnitus

Aber auch die halbunvernüftige Version inform des V8-Diesels muss sich nicht verstecken: Der Sound stimmt, keine Gefahr eines Diesel-Tinnitus. Und bei satten 385 PS macht der Muli am Straßenrand immer noch Luftsprünge. Der große Dicke von Porsche hat nichts an Sportlichkeit und Fahrspaß eingebüßt. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD, 12.9.2014)

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

  • Das hier ist die ökologisch korrekteste Version, ...
    foto: porsche

    Das hier ist die ökologisch korrekteste Version, ...

  • ...der S E-Hybrid (Plug-in-Hybrid). In unseren Breiten punktet aber eher der Diesel.
    foto: porsche

    ...der S E-Hybrid (Plug-in-Hybrid). In unseren Breiten punktet aber eher der Diesel.

  • Die Hände gehören aufs angenehm kleine Sportlenkrad - denn das Echo des Gaspedals ist gerade beim Turbo gewaltig.
    foto: porsche

    Die Hände gehören aufs angenehm kleine Sportlenkrad - denn das Echo des Gaspedals ist gerade beim Turbo gewaltig.

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    foto: porsche
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