Bauarbeiten in Tirol brachten umfangreichen Silberschatz ans Licht

12. September 2014, 11:40
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Leitungsgrabungen bei Swarovski Kristallwelten in Wattens förderten römische Funde zutage

Wattens - Bauarbeiter im Tiroler Wattens haben einen spätantiken Silberschatz sowie Relikte aus der Römerzeit freigelegt: Bei Leitungsgrabungen zur Erweiterung der Swarovski Kristallwelten sind neben 460 Silbermünzen unter anderem ein gut erhaltenes Mörtelmauerwerk von rund einem Meter Höhe, ein Estrichboden und Gebrauchskeramik, Terra Sigillata (Luxuskeramik), Glasperlen und Metallfragmente gefunden worden.

"Möglicherweise gehörten diese Befunde zu einem römischen Gutshof oder einer kleinen Ansiedlung in der Nähe der Römerstraße durch das Unterinntal. Soweit auf den ersten Blick bestimmbar, handelt es sich um einen zeitlich eher eng gefassten Komplex aus dem zweiten Viertel des dritten Jahrhunderts, einer schweren Krisenzeit des römischen Reiches, in der häufig Wertgegenstände vor eindringenden Germanen versteckt wurden", erklärten Johannes Pöll und Andreas Picker vom Bundesdenkmalamt am Freitag.

Weitere Grabungen geplant

Die bloße Menge der Münzen sei ohne Zweifel von überregionaler Bedeutung. Weitere Ausgrabungen sollen in den nächsten Tagen die archäologische Bedeutung des Fundes zeigen.

Swarovski traf nach Absprache mit dem Bundesdenkmalamt die Entscheidung, die rund 1.800 Jahre alte archäologische Fundstelle künftig teilweise in die Swarovski Kristallwelten zu integrieren. Diese werde schrittweise freigelegt und eingefasst, das Mauerwerk nach Bewertung der Mauerqualität konserviert. (APA/red, derStandard.at, 12.09.2014)

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