Western Australia will nicht mehr so viele Haie töten

12. September 2014, 10:08
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Die Umweltbehörde des Bundesstaats hatte die Maßnahme scharf kritisiert

Sydney - Die Regierung in Western Australia will ihre umstrittene Politik zum Aufspüren und Töten von Haien aufgeben. Der Regierungschef des australischen Bundesstaats, Colin Barnett, sagte am Freitag dem Sender ABC, statt der Einrichtung der umstrittenen Haifang-Barrieren vor beliebten Badestränden würden künftig nur noch die Haie gefangen, die mehrfach in derselben Zone gesichtet worden seien.

Seit vergangenem Sommer werden die Badestrände in Westaustralien durch mit Angelhaken und einem Köder versehene Bojen geschützt. Binnen 13 Wochen wurden mehr als 170 Haie gefangen. 50 der größten von ihnen wurden getötet, die meisten anderen gekennzeichnet und anschließend wieder freigesetzt. Die Maßnahme war nach dem Tod von mehreren Badenden durch Haie versuchsweise eingeführt worden, ursprünglich sollte sie bis 2017 fortgesetzt werden.

Scharfe Kritik

Umwelt- und Tierschützer hatten die Politik scharf kritisiert. Am Donnerstag urteilte die Umweltschutzbehörde des Bundesstaats, es bestehe ein "hoher Grad an wissenschaftlicher Unsicherheit" über die Folgen für das Überleben der Population vor allem der Weißen Haie. Auch die Australische Gesellschaft zum Erhalt der Meere kritisierte die Maßnahmen. Es sei nicht klar, ob sie tatsächlich die öffentliche Sicherheit erhöhten, gleichzeitig schädigten sie aber die Umwelt.

Barnett sagte, die Regierung könne angesichts der Gefahr für Badende nicht untätig bleiben. Deshalb werde sie weiterhin dafür sorgen, gefährliche Haie, die sich zu lange in einem Gebiet aufhalten, zu "fangen und wegzuschaffen". Haie sind vor allem an Australiens Westküsten weit verbreitet und sorgen dort immer wieder für schwere Unfälle und Panik. (APA, 12.9.2014)

  • Nur Wiederholungstäter sollen künftig "gefangen und weggeschafft" werden.
    foto: ap photo/sea shepherd

    Nur Wiederholungstäter sollen künftig "gefangen und weggeschafft" werden.

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