EU erlaubt Pay-TV-Sender BSkyB Übernahme von Sky Deutschland

11. September 2014, 19:03
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Britische Bezahlsender BSkyB darf seine Schwestergesellschaften Sky Deutschland und Sky Italia übernehmen

Berlin - Die EU-Kommission gibt dem Medienmagnaten Rupert Murdoch grünes Licht für den Zusammenschluss seiner europäischen Pay-TV-Sender zum größten Fernsehkonzern des Kontinents. Der britische Bezahlsender BSkyB darf seine Schwestergesellschaften Sky Deutschland und Sky Italia übernehmen, wie die Kartellwächter am Donnerstag in Brüssel mitteilten.

Verkäufer ist Murdochs US-Fernsehkonzern 21st Century Fox, der bisher an allen drei Unternehmen beteiligt ist. Die Kommission sei nach eingehender Prüfung zu dem Ergebnis gelangt, dass das Vorhaben wettbewerbsrechtlich unbedenklich sei, weil sich die Tätigkeiten der drei beteiligten Unternehmen lediglich räumlich ergänzten.

Gebündelte Bezahlsender

Damit bündelt der gebürtige Australier seine Bezahlsender in Deutschland und Österreich, Großbritannien und Irland sowie Italien zu einer schlagkräftigen Einheit. Er verspricht sich davon eine größere Einkaufsmacht beim Erwerb von Spielfilmen und Fußballübertragungsrechten. Formal verringert Murdoch allerdings seinen Einfluss bei den Sendern in Deutschland, wo 21st Century Fox bisher die Mehrheit hält, und Italien, wo der US-Konzern noch allein das Sagen hat. Denn an der künftigen Dachgesellschaft BSkyB hält 21st Century Fox lediglich 39 Prozent - für Murdoch allerdings immer noch genug, um sein Gewicht geltend zu machen.

Während die Murdoch-Gesellschaften die Transaktion in Italien unter sich allein ausmachen, musste BSkyB den Minderheitsaktionären von Sky Deutschland nach deutschem Recht ein Übernahmeangebot unterbreiten. Dessen Höhe ließ allerdings erkennen, dass die Briten sich auch mit dem komfortablen Mehrheitspaket von 57 Prozent begnügen würden, das 21st Century Fox ihnen zugesagt hat. BSkyB bietet noch bis 15. Oktober 6,75 Euro je Sky-Deutschland-Aktie. Das ist annähernd so viel, wie das Papier bereits vor der Bekanntgabe des Plans im Juli an der Börse kostete. Auf ein höheres Gebot wird nicht spekuliert: Der Kurs lag in den vergangenen Wochen stets knapp darunter.

Gesamtumsatz: 14 Milliarden Euro

Die drei Sky-Sender kommen bisher auf einen Gesamtumsatz von 14 Milliarden Euro und liegen damit weit vor der RTL-Gruppe, die ebenfalls in mehreren europäischen Ländern aktiv ist und zuletzt 5,9 Milliarden Euro erlöste. Während Sky von Abo-Erlösen lebt, stützt sich RTL überwiegend auf Werbeeinnahmen. In Deutschland setzen die mächtigen öffentlich-rechtlichen Sender zusammen 8,3 Milliarden Euro im Jahr um, überwiegend Rundfunkgebühren und Werbeeinnahmen. (APA, 11.9.2014)

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