IS-Terroristen auf türkische Staatskosten im Spital

11. September 2014, 18:44
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Vertrauter des Islamischen-Staat-Führers Bagdadi soll mit acht anderen verwundeten Kämpfern in der Türkei behandelt worden sein

Ein Führungsmitglied der sunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und acht weitere verwundete Kämpfer sollen im August in einem Spital im Südosten der Türkei auf Staatskosten versorgt worden sein. Das meldete die liberale türkische Tageszeitung Taraf am Donnerstag. Sie will eine Liste der Patienten aus dem Krankenhaus in Şianlurfa erhalten haben, bei der die Familiennamen nur mit Initial verzeichnet sind. Unter den Verwundeten, die der Zeitung zufolge über den türkischen Grenzübergang Akçakale gebracht wurden, war auch Ahmet El H., der dem IS-Führer Abu Bakr al-Bagdadi nahestehen soll.

Ahmet El H. war bei einem Bombenangriff in der nordsyrischen Provinz Rakka am 20. August schwer verletzt worden und soll dabei seinen linken Fuß verloren haben. Die Terrormiliz IS hält seit vergangenem Juni 49 türkische Geiseln fest, darunter den tükischen Konsul in der nordirakischen Stadt Mossul und weiteres diplomatisches Personal. Taraf sieht eine Verbindung zwischen der medizinischen Versorgung der verwundeten Terroristen und der Entführung. Die türkische Regierung verhandelt im Geheimen über eine Freilassung der Geiseln und hat per Gerichtsbeschluss den türkischen Medien eine Berichterstattung darüber verboten.

Donnerstag wurde zugleich bekannt, dass ein angeblich wichtiger Rekrutierer der IS nach Hinweisen des französischen Geheimdienstes am Istanbuler Flughafen Atatürk festgenommen wurde. Der Vorfall soll sich am 16. August ereignet haben, wenige Tage vor der Verwundung von Ahmet El H. und dessen angeblichem Transport in die Türkei. Bei dem Festgenommenen handelte es sich um den 29-jährigen Murad Fares, einen aus dem marokkanischen Fes stammenden französischen Staatsbürger. (Markus Bernath aus Istanbul, derStandard.at, 11.9.2014)

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