Schottland-Abspaltung: IWF fürchtet Turbulenzen

11. September 2014, 18:37
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Führende britische Banken wollen Schottland im Falle einer Trennung von Großbritannien den Rücken kehren

Washington/Edinburgh - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat für den Fall einer Abspaltung Schottlands von Großbritannien vor Unsicherheit auf den Finanzmärkten gewarnt. Sollte sich die Mehrheit der Schotten beim bevorstehenden Referendum für eine Trennung vom Vereinigten Königreich entscheiden, würde dies für Währung, Finanzen und Steuern eine neue Lage schaffen, sagte ein IWF-Sprecher am Donnerstag in Washington.

Dies könnte zu negativen Folgen auf den Märkten führen: "Eine Ja-Abstimmung würde eine Reihe wichtiger Fragen aufwerfen." Die Schotten werden am 18. September darüber abstimmen, ob sie weiter zu Großbritannien gehören oder einen eigenständigen Staat haben wollen.

Führende Banken wollen abwandern

Führende britische Banken wollen Schottland nach einer Abspaltung von Großbritannien den Rücken kehren. Die seit der Finanzkrise teilverstaatlichten Institute Lloyds und Royal Bank of Scotland (RBS) drohten am Donnerstag mit dem Umzug ihrer Zentrale von Edinburgh nach London, sollten die Schotten am 18. September für die Unabhängigkeit stimmen.

Die RBS erklärte, sie wolle zwar einen großen Teil ihres Geschäfts weiter in Schottland abwickeln, wo sie seit ihrer Gründung 1727 ansässig ist. Eine Verlegung des für die Besteuerung wichtigen Hauptsitzes sei bei einer schottischen Abspaltung aber unumgänglich. Lloyds sprach - auch als Mehrheitseigner der Bank of Scotland - von Notfallplänen für einen Umzug. Ähnlich äußerte sich der australische Besitzer des Geldhauses Clydesdale.

Neue Umfrage

Rückenwind erhielt die Regierung in ihrem zuletzt erheblich emotionalisierten Kampf für den Erhalt der Einheit Großbritanniens von einer neuen Umfrage. Nachdem am Wochenende eine andere Erhebung erstmals die Verfechter einer Unabhängigkeit in Front sah und für große Unruhe auf der Insel sorgte, lagen bei der Befragung der Zeitung "Survation for the Daily Record" die Befürworter eines Verbleibs im Vereinigten Königreich mit 53 zu 47 Prozent vorne. Allerdings sollen sich demnach auch zehn Prozent der Wahlberechtigten noch nicht endgültig entschieden haben. Einen Dämpfer versetzte der Unabhängigkeitskampagne zudem die einflussreiche Zeitung "The Scotsman", die sich für einen Verbleib bei London aussprach. (APA, 11.9.2014)

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