Die Wiener Philharmoniker als Weltorchester

11. September 2014, 17:34
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Generationenwechsel: Andreas Großbauer ist seit Anfang September neuer Orchestervorstand

Wien - Die Wiener Philharmoniker haben einen Generationenwechsel vollzogen: Seit 1. September ist der Primgeiger Andreas Großbauer, geboren 1974 in Graz, Vorstand. Er folgt auf Clemens Hellsberg, der die Funktion 17 Jahre lang ausübte. Neuer Geschäftsführer ist der Violinist Harald Krumpöck. Zusammen mit Vizevorstand Helmut Zehetner stellten sich die beiden der Presse vor.

Das Trio bedauert den Rücktritt von Franz Welser-Möst als Generalmusikdirektor der Staatsoper, die doch "unser zweites Zuhause" sei; gleichzeitig zollt man Direktor Dominique Meyer viel Lob - und schätzt sich glücklich, dass Welser-Möst 2015 zwei Abo-Konzerte und die Eröffnung des Philharmonikerballs dirigieren wird.

Im Gegensatz zu Hellsberg, der zuletzt über die schlechte Bezahlung der Musiker gejammert hatte, sieht Großbauer gegenwärtig keinen Grund, mehr Geld zu verlangen. Die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit werde fortgesetzt; und das Thema Frauen sieht Großbauer, der früher bei den "gemischten" Symphonikern spielte, entspannt: Aufgrund der nicht sehr häufig zu besetzenden Positionen dauert es eben, bis sich ihre Quote erhöht. Die Rolle als "Global Player" in der Musikwelt will man noch intensiver wahrnehmen: "Wir verstehen uns als Wiener Weltorchester, das auf allen Kontinenten präsent ist." Man sei gefragt wie nie, erst kürzlich wurde eine China-Tournee fixiert. Und man freut sich, heuer sowohl mit dem Birgit-Nilsson-Preis als auch mit dem Karajan-Preis ausgezeichnet zu werden. (trenk, DER STANDARD, 12.9.2014)

  • Neue Leitung: Harald Krumpöck (li.) und Andreas Großbauer.
    foto: apa/robert jaeger

    Neue Leitung: Harald Krumpöck (li.) und Andreas Großbauer.

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