WHO-Europa-Büro plant fünf neue Gesundheitsstrategien

11. September 2014, 16:26
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Jährliches Treffen ab Montag in Kopenhagen - Es geht um Impfwesen, Kinder-und Jugendgesundheit, Kampf gegen Kindesmisshandlung und Ernährung

Kopenhagen - Ab Montag tagen rund 350 Vertreter und Vertreterinnen der 53 Mitgliedsstaaten des Europa-Komitees der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Kopenhagen. Bei dem viertägigen Treffen sollen fünf neue Pläne für wichtige Gesundheitsfragen vorgestellt werden. Es geht um die Themen Impfwesen, Kinder-und Jugendgesundheit, Kampf gegen Kindesmisshandlung sowieErnährung.

Das WHO-Regionalbüro wird als Antwort auf jüngste Rückschläge auf diesem Gebiet einen Aktionsplan zu Impfungen zur Diskussion stellen. Zum Beispiel ist die Anzahl der Masernfälle von 7.100 im Jahr 2007 auf fast 32.000 im vergangenen Jahr gestiegen. Viele Ausbrüche gab es gerade in Ländern mit hohen Durchschnittseinkommen. Das Vorhaben, Masern und Röteln in den 53-Mitgliedsstaaten bis 2015 auszurotten, scheint erschüttert. Die WHO appelliert an die Mitgliedstaaten, einen einfachen Zugang für alle zu Impfungen zu gewährleisten sowie die Überwachung und Kontrolle zu verbessern. So soll die Verabreichung von Vakzinen online erfasst werden.

44 Millionen werden Opfer von körperlicher Gewalt

Bei der Kinder- und Jugendgesundheit geht es um Verletzungen, psychische Krankheiten, Tabak und Alkohol, Übergewicht und Mangelernährung. Zur europäischen WHO-Region gehören nicht nur Länder mit der niedrigstens Säuglings- und Kindersterblichkeit weltweit, sondern auch Staaten mit Sterberaten, die 25 Mal so hoch sind. Angesprochen werden auch Cyber-Bullying, Internet-Pornografie und Internetsucht.

Laut WHO-Schätzungen werden in der Region bis zum Alter von 18 Jahren 18 Millionen Kinder und Jugendliche Opfer von sexuellem Missbrauch und 44 Millionen Opfer von körperlicher Gewalt. Jedes Jahr fallen laut diesen Daten zudem mehr als 850 unter 15-Jährige Mord oder Totschlag zum Opfer. Mithilfe eines Maßnahmenplans soll die Zahl der Fälle von Misshandlung und Tötung von 2015 bis 2020 um 20 Prozent sinken.

Tod durch Übergewicht: 320.000

Der Aktionsplan Ernährung nimmt ungesundes Essen in den Fokus. In 46 der 53 Mitgliedsländer der europäischen WHO-Region sind mehr als die Hälfte der Erwachsenen übergewichtig oder adipös, in etlichen Staaten sind es sogar bis zu 70 Prozent, Tendenz steigend. Übergewicht verursache den Tod von rund 320.000 Menschen pro Jahr in 20 westeuropäischen Staaten. Auch in manchen Ländern Osteuropas habe sich die Verbreitung von Übergewicht seit 1980 verdreifacht. Die WHO will die Regierungen mit dem Plan anhalten, für eine gesündere Ernährung mit weniger gesättigten Fetten und Transfetten, Salz und Zucker sowie mehr Obst, Gemüse und Vollkornprodukten zu sorgen. Dazu soll unter anderem die an Kinder gerichtete Werbung für Nahrungsmittel strenger kontrolliert werden. (APA, derStandard.at, 11.9.2014 )

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