Die Renaissance des Heckantriebs

Kolumne11. September 2014, 16:53
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Immer öfter taucht die Konstellation mit Motor und Antrieb an der Hinterachse wieder auf

Es hat viele Jahrzehnte gedauert, bis sich der Frontantrieb für einen Großteil der Autos als praktikabelste Lösung durchsetzte. Anfangs waren die Probleme erheblich. Räder, die geschwenkt werden mussten und sich dabei gleichzeitig drehen sollten, setzten spezielle Gelenke voraus, deren Fertigung und Haltbarkeit immer wieder Probleme bereiteten. Die Franzosen waren in dieser Hinsicht hartnäckige Vorreiter.

Die Dominanz des Vorderradantriebs begann aber erst in den 1970er-Jahren. Bis dahin war Motor vorn, Antrieb hinten und eine Kardanwelle dazwischen über alle Fahrzeugklassen am weitesten verbreitet. Deshalb nannte man diese Konstellation auch Standardantrieb. Doch mit der Zeit gelang die Übertragung sehr großer Drehmomente über die Vorderräder immer besser, vor allem durch Einsatz elektronischer Traktionssysteme.

Der Wind dreht sich

Jetzt dreht sich der Wind wieder. Immer öfter taucht die Konstellation mit Motor und Antrieb an der Hinterachse wieder auf, so wie einst der VW Käfer konzipiert war. Pionier dieser neuen Welle war der Smart, aber auch BMW setzt bei seinem Elektroauto i3 auf das Antriebspaket an der Hinterachse.

Jüngster Zuwachs ist der Renault Twingo. Das hat nicht nur damit zu tun, dass man mit Daimler an der Weiterentwicklung des Smart und der Wiederbelebung des Smart Fourfour werkt. Das Heckmotorkonzept bietet die Möglichkeit, einfach das Verbrennungsmotormodul gegen ein Elektromodul auszutauschen, was bei Frontantrieb viel schwieriger und teurer wäre, denn dort müsste die gesamte ausgeklügelte Crash-Struktur angepasst werden. (Rudolf Skarics, DER STANDARD, 12.9.2014)

  • Der VW Käfer, ein Heckantrieb-Klassiker.
    foto: ap photo/kai-uwe knoth

    Der VW Käfer, ein Heckantrieb-Klassiker.

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