Wie die Versauerung der Ozeane das Verhalten von Haien beeinflusst

14. September 2014, 18:37
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Haie lieben intakte und gesunde Korallenriffe - Die Versauerung der Meere beeinträchtigt die Größe der Populationen und den Geruchssinn der Tiere

Townsville/Massachusetts - Verschiedene Haiarten bevorzugen unterschiedliche Wohnqualitäten. Der Schlitzaugenhai (L. macrorhinus) fühlt sich auf der nördlichen Seite des Great Barrier Reef wohl, während der Graue Riffhai (C. amblyrhynchos), der Silberspitzenhai (C. albimarginatus) und der Tigerhai (G. cuvier) die südliche Seite bevorzugen. Der Hammerhai (S. mokarran) hingegen ist an Riffrändern anzutreffen, wieder andere Spezies bevorzugen wiederum hohe Riffkomplexität oder Riffe mit weniger Korallen.

Der Meeresbiologe Mario Espinoza und sein Team vom Australian Institute of Marine Science untersuchten nun die Einflussfaktoren gesunder oder geschädigter Korallenriffe auf Haipopulationen. Für diese Studie wurden 590 Videokameras an verschiedenen Stellen des Great Barrier Reef deponiert und 2.438 Aufzeichnungen analysiert. Laut ihrer Studie in "PLOS ONE" identifiziere das Team 30 Prozent aller Haiarten auf diesen Aufnahmen. Zwar lebt jede Spezies in unterschiedlichen Regionen, jedoch bevorzugt der Großteil aller gesichteten Arten gesunde und intakte Korallenriffe.

Geruchsverlust bei hohem Stickstoffeintrag

Die Versauerung der Meere beeinträchtigt aber nicht nur die Korallenriffe als Lebensraum, sondern wirkt sich auch auf das Verhalten der Tiere aus. In einem Experiment untersuchte Danielle Dixson vom Woods Hole Oceanographic Institute den Einfluss des Kohlendioxidgehalts im Meer auf Haie. Zehn Haie wurden in einem Schwimmbecken entweder normaler oder erhöhter Kohlendioxid-Konzentration ausgesetzt und dabei gefüttert. Der höchste Kohlendioxidwert entsprach dabei der prognostizierten Konzentration für das Jahr 2100.

Die Studie im Fachjournal "Global Change Biology" zeigte, dass Haie bei hoher Konzentration die toten Fische oft nicht wahrnahmen. Sie konnten die Nahrung nicht riechen. Außerdem waren die Tiere weniger angriffslustig. Die elektrischen Impulse und Geräusche lebender Tiere konnten die Haie allerdings auch bei erhöhtem Kohlendioxidgehalt aufspüren. (roll, derstandard, 13.9.2014)

  • Hammerhai, S. mokarran, findet man an Riffrändern.
    foto: apa/haus des meeres/günther hull

    Hammerhai, S. mokarran, findet man an Riffrändern.




  • Tigerhai, G. cuvier, ist an der südlichen Seite des Great Barrier Riffs anzutreffen.
    foto: dpa/getty seaworld

    Tigerhai, G. cuvier, ist an der südlichen Seite des Great Barrier Riffs anzutreffen.

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