"Re-Invent Media": Österreichische Medientage präsentieren sich neu

11. September 2014, 11:53
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Dreitägige Fachkonferenz startet am Dienstag in Wien - Bertelsmann-Vorstand Rabe mit Keynote zu Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung

Wien - "Re-Invent Media" lautet das Motto der diesjährigen Österreichischen Medientage, die ab kommenden Dienstag zum dreitägigen Gedankenaustausch nach Wien laden. Wobei der Slogan nicht nur auf inhaltlicher Ebene zum Tragen kommt, sondern auch strukturell und organisatorisch Neues für die Konferenz bedeutet. Erstmals findet diese im von Zaha Hadid entworfenen "Learning Center" der WU statt.

Neben der neuen Location hat man sich auch an neuen Formaten versucht, um verstärkt die Interaktion der Experten und Branchenvertreter am und vor dem Podium zu ermöglichen. Zum Auftakt wird Bertelsmann-Vorstand Thomas Rabe in seiner Keynote allerdings ein nur zu bekanntes Thema adressieren: "Chancen und Herausforderungen eines internationalen Medienunternehmens im Zeitalter der Digitalisierung", lautet der Titel seines Vortrags. Der Medienmanager hat sich jedenfalls zum Ziel gesetzt, Bertelsmann "wachstumsstärker, digitaler und internationaler" aufzustellen und wird dazu wohl einige Ausführungen für das Publikum bereithalten. Gespannt sein darf man auch auf den Vortrag von Gruner + Jahr-Vorstandsvorsitzende Julia Jäkel, hat das deutsche Medienunternehmen doch jüngst mit einem harten Sparkurs für Schlagzeilen gesorgt.

Das ist der Gipfel

Zu einem "Fernsehgipfel" kommt es am zweiten Tag, wenn sich Vertreter von ORF, Puls 4 und Sky am Podium treffen und über "neue Player, neue Plattformen, neue Märkte" diskutieren. Ein insofern passend gewähltes Thema, als zur selben Zeit in Wien der US-Dienst Netflix Näheres über seinen Österreich-Start bekanntgeben wird. Der Blogger Sascha Lobo wird wiederum erläutern, wieso aus seiner Sicht das Internet "kaputt" ist. Außerdem sollen Themenbereiche wie Marketing, PR oder mobile Anwendungen quer durch die Genres unter die Lupe genommen werden.

Neu ist der Abschluss der Medientage am 18. September: Ein "Open Media Space" richtet sich als offenes Forum an junge Menschen, die sich für künftige Tätigkeiten in der Medien-, IT- und Kommunikationswirtschaft interessieren. Große Konzerne werden sich hier ebenso vorstellen wie aufblühende Start-ups, um über die Möglichkeiten in der Szene zu informieren und "übergreifende Netzwerke zu ermöglichen", wie es in einer Ankündigung heißt.

Ganz neue Wege

"Neue Wege" beschreitet auch das US-Unternehmen Google, teils sehr zum Leidwesen heimischer Medienschaffender, wie gerade bei vergangenen Medientagen deutlich zum Ausdruck gebracht wurde. Wie eine fruchtbare Zusammenarbeit aussehen könnte, soll ebenfalls am Abschlusstag durch Vertreter von Google Austria deutlich werden. Bereits am 17. September spricht hingegen Google-Manager Santiago de la Mora über die Veränderung unseres täglichen Lebens durch die technologische Entwicklung.

Trotz der international besetzten Referentenliste und zunehmenden globalen Ausrichtung des Medienmarkts bleibt aber natürlich eine lokale Perspektive nicht völlig ausgeschlossen. "Die Medientage haben in allen Diskussionsrunden die gesellschaftspolitischen Auswirkungen der digitalen Revolution im Fokus, teilweise mit Vertretern von Politik und Wirtschaft auf dem Podium. Es geht letztendlich um den Medien- und Kommunikationsstandort Österreich und die IT-Zukunft des Landes", wird "Horizont"-Herausgeber Sebastian Loudon, Programmverantwortlicher und Organisator der Konferenz, zitiert. (APA, 11.9.2014)

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