Dinko Jukic stichelt gegen den Schwimmverband

11. September 2014, 10:57
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Dem Vierten der Spiele in London wurde eine Limitzeit gesetzt - "OSV verlangt Weltklasseleistung in amateurhaftem Rahmen"

Wien - Drei bis fünf Medaillen prophezeite Österreichs Sommersport-Chefkoordinator und Skiverbandspräsident Peter Schröcks-nadel jüngst für die Olympischen Spiele 2016. Die eingedenk der Nullnummer von London 2012 mutige Prognose des 73-Jährigen hängt auch an Dinko Jukic. Aber der Schwimmer, dessen kaum mehr für möglich gehaltene Aussöhnung mit dem nationalen Verband (OSV) Schröcksnadel maßgeblich beförderte, bockt ein wenig. Grund ist ein Limit, das der OSV dem 25-Jährigen für dessen Verbleib im Olympia-Förderungskader setzte.

Jukic soll bis Ende Oktober seine Spezialdistanz, die 200 m Delfin, innert 1:56,68 Minuten einer Erledigung zuführen - auf einer Langbahn. Mit dieser Zeit hätte er im vergangenen August bei der EM in Berlin, für die er sich nicht qualifizieren konnte, Rang fünf belegt. In einer Europa-Rangliste seit Olympia 2012 entspräche die Marke Rang zehn. Sie liegt zudem 4,01 Sekunden unter der vergangenen OSV-EM-Norm und immer noch 69 Hundertstel unter jener Zeit, die der Weltverband (Fina) als Norm für die Langbahn-WM 2015 in Kasan, Russland, angesetzt hat.

OSV-Limit vs. Vorbereitung

Jukic war schon deutlich schneller, seit Rang vier bei Olympia in London steht sein österreichischer Rekord bei 1:54,35. Dummerweise befindet sich der gebürtige Kroate aber mitten in der Vorbereitung auf die Kurzbahnsaison mit der WM im Dezember in Doha. Und da zum Beispiel der OSV bis zum Stichtag keinen Wettkampf anzubieten habe, bei dem er das nun geforderte Limit erbringen könne, fühlt er sich leicht schikaniert. Für das Training wäre das kontraproduktiv.

Kurzum, Jukic, dem Schröcksnadel ausrichtete, dass er Leistung bringen müsse wie andere auch, will nicht versuchen, den geforderten Nachweis zu erbringen. "Ich werde weiter trainieren und mein Ziel ist Rio 2016." Wenn die Fina das A-Limit für Rio ansetze, werde er es erreichen. "Dann kann niemand mehr Fristen von sich geben."

Interessant ist ein Nachsatz Jukic', wonach ihn weder der OSV, dem er trotzig das Verlangen von Weltklasseleistungen trotz amateurhafter Bedingungen vorwirft, noch die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) daran hindern könne, seine Ziele zu erreichen. Die Nada hatte vor drei Jahren wegen Unstimmigkeiten bei einer Dopingkontrolle gegen ihn verhandelt, letztlich aber auf einen unverschuldeten Verstoß gegen die Bestimmungen erkannt. Gerüchten zufolge ist es erst jüngst wieder zu einem - streng rechtlich eindeutig unbedenklichen - Missverständnis zwischen Jukic und Nada gekommen. (APA, lü, DER STANDARD, 12.9.2014)

  • Dinko Jukic passt nicht in den Kram, dass er ein Limit des OSV unterbieten muss, um im Olympia-Förderungskader zu bleiben.
    foto: apa/epa/hannibal

    Dinko Jukic passt nicht in den Kram, dass er ein Limit des OSV unterbieten muss, um im Olympia-Förderungskader zu bleiben.

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