Kommunalkredit-Verkauf: Erste Runde vorbei

11. September 2014, 10:55
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Liebscher: "Es muss mehr rauskommen als bei normaler Abwicklung"

Wien - Für den geplanten Teilverkauf der staatlichen Kommunalkredit Austria ist eine erste Runde abgeschlossen. Bis Mittwochabend hat der Privatisierungsberater PricewaterhouseCoopers (PwC) Interessensbekundungen eingesammelt. Der Chef der staatlichen Bankenbeteiligungsgesellschaft Fimbag, Klaus Liebscher, sprach am Donnerstag von einer "erfreulichen Anzahl von Interessenten aus dem In- und Ausland".

Nächster Stichtag ist Mitte Oktober: In den nächsten Wochen wird jetzt gesichtet, ob die Interessensäußerungen den Ausschreibungsbedingungen entsprachen. Dann erhalten die potenziellen Käufer ausführliche Infos über das Verkaufsobjekt und tiefere Einblicke in die Bankunterlagen.

Zweiter Anlauf

Bis Mitte Oktober werde man dann einladen, unverbindliche Preisangebote zu stellen, sagte Liebscher. Den Bieterprozess will der Bund um den Jahreswechsel beendet sehen. Liebscher ist optimistisch, im Dezember oder Jänner die Vertragsunterzeichnung (Signing) ansetzen zu können. Dann wäre ein "Closing" im Frühjahr 2015 möglich.

Es ist der zweite Anlauf der Republik, den Gemeindefinanzierer zu verkaufen. Mitte 2013 musste die Privatisierung fürs erste abgeblasen werden, weil die Angebote damals zu schlecht waren. Die EU hat für einen zweiten Anlauf nur mehr den Verkauf der Hälfte der Bank erlaubt. Anders als beim ersten Versuch gibt es jetzt keine zeitliche Vorgabe.

Keine neuen Kredite

Zur Zahl der möglichen Bieter oder zu Namen äußerte sich Liebscher nicht. Zu den Preiserwartungen des Bundes meinte er, "es muss ein Preis herauskommen, der attraktiver ist als wenn wir normal abwickeln würden."

Der österreichische Staat hätte die Kommunalkredit Austria - die "gute" Bank aus der in der Krise 2008 zusammengebrochenen Kommunalkredit-Gruppe - eigentlich bereits bis Ende Juni 2013 abstoßen sollen, was eben scheiterte. Seit Mitte 2013 dürfen keine neuen Kredite mehr vergeben werden. Die nicht verkäuflichen Assets sollen in der staatlichen "Bad Bank" KA Finanz landen. Die KA Finanz ist der Abbauteil der einstigen Kommunalkreditgruppe. (APA, 11.9.2014)

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