Vienna Fashion Week: Bisovsky, Tiberius, Fechter - jede Schau eine andere Welt

Ansichtssache11. September 2014, 09:45
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Erster Tag der Wiener Modewoche: Von Lederröcken, Waschmittelproben und einem Negligé, das die Luft anhalten lässt

Donnerstag, 17 Uhr, erster offizieller Tag der Wiener Modewoche. Draußen spielt das Wetter mit, im Modezelt macht das Publikum eine ausgesprochen gute Figur.

foto: thomas lerch

Vielleicht liegt das daran, dass sich unter die Fans der Designerin Nikola Fechter nur wenige Männer verirrt haben. Die weiblichen Gäste dafür einfach wunderbar: In High Heels, knappen Röcken und kleinen Blazern, die Haare liegen in leichten Wellen auf den Schultern. Einige Kinder laufen ihnen um die Absätze, Schauspielerin Nina Proll nimmt im Bleistiftrock Platz in der ersten Reihe.

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foto: thomas lerch

Auf dem Laufsteg: eine Kollektion, wie gemacht für die Frauen im Publikum. Auf Figur geschnittene Etuikleider, lockere Schluppenblusen, schmale Hosen

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foto: thomas lerch

... einige bodenlange Modelle für den Abend. Ein wenig Paillette hier, ein bisschen Leder da. Alles appetitlich angerichtet auf Riesenstöckeln.

Zum Schluss noch ein kurzer Blick auf die Website der Designerin. Die verrät, dass Nikola Fechters Mode nicht nur den Geschmack von Nina Proll, sondern auch den von Ballerinas, Nachrichtensprecherinnen und Missen trifft. Irgendwie verwundert es nicht, dass auf den Plätzen die rosa Probe eines Waschmittelherstellers liegt.

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foto: thomas lerch

So was gibt's beim Lederspezialisten Tiberius natürlich nicht. Da liegt auf den Plätzen die saisonale Visitenkarte des Labels mit der wahrscheinlich treuesten Wiener Fangemeinde. Das Motiv, ein einziges Versprechen: Ein weibliches Model krault vier nackte Männer an Kopf und Kinn.

Vor der Show viel Blitzlichtgewitter, auf dem Laufsteg geht's dagegen eher züchtig zu. Da verzichtet Designer Marcos Valenzuela diesmal auf die abenteuerlichen Kopfbedeckungen aus dem letzten Jahr. Die große Show aber, die ist man dem gut gefüllten Zelt natürlich schuldig. Zu Beginn schallt ein Video mit göttlichen Sprüchen in die Dunkelheit.

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foto: thomas lerch

Es folgt die Kernkompetenz des Labels: für Männer wie für Frauen Lederhosen, Lederröcke, Lederhemden.

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Dazu diesmal Brillen und jede Menge Schmuck.

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foto: thomas lerch

Die weiblichen Models mimen mal die Sekretärin, ...

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... mal die Gouvernante.

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Höhepunkt des Abends, wenn es nach dem Publikum geht: Designer Marcos Valenzuela im Lederrock. Wie immer stehender Applaus, mehr kann eine Modewoche doch nicht wollen.

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Die eigentliche Überraschung aber, die kommt erst nach 20 Uhr. Denn dass ausgerechnet bei Susanne Bisovsky am meisten nackte Haut gezeigt wird, wer hätte das gedacht? Neben wippenden Röcken, Zylindern auf Turbanen, ...

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... zugeknöpften Kleidern und kunstvoll geschichteten Lagen ...

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... überrascht die Designerin ganz nebenbei mit Latex-Overknees und koketten Einblicken:

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Ein Negligé, fein bestickt, lässt vor allem die weiblichen Fans die iPads zücken: "Ist das schön." Und die roten Münder der Models? Flirten mit dem Publikum und der Fotografenmeute. Der erste Tag also, ein guter Start: denn jede Show eine völlig andere Welt. (Anne Feldkamp, derStandard.at, 11.9.2014)

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