"Keine Sau braucht die FDP": AfD löst in Brandenburg Liberale ab

11. September 2014, 14:01
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Landtagswahl am Sonntag - SPD-Regierungschef wählt linken oder schwarzen Partner

Potsdam - Im deutschen Bundesland Brandenburg, wo am Sonntag ein neuer Landtag gewählt wird, stehen die Zeichen im Gegensatz zu Thüringen nicht auf Wechsel. Von satten 54-Prozent-Mehrheiten, wie sie Manfred Stolpe kurz nach der Wende eingeführt hat, ist die SPD zwar weit entfernt. Doch dem auch im Land weithin unbekannten Ministerpräsidenten Dietmar Woidke und seinen Sozialdemokraten sagen Umfragen rund 33 Prozent voraus.

Das reicht, um weiterhin den Regierungschef in Brandenburg zu stellen. Zurzeit regiert Woidke, der das Amt vor einem Jahr vom beliebten, aber gesundheitlich angeschlagenen Matthias Platzeck übernommen hat, mit der Linkspartei. Es ist das einzige rot-rote Bündnis in Deutschland.

Gespräche auch mit der CDU

Woidke hat nichts dagegen, dieses zu erhalten. Doch damit die Sache nicht allzu ausgemacht erscheint, sagt er: "Falls die SPD ein gutes Wahlergebnis hat, werden wir uns mit allen infrage kommenden Partnern unterhalten" - also auch mit der CDU, die in Umfragen auf rund 25 Prozent kommt und damit nur knapp vor der Linkspartei liegt.

Nicht nur in Thüringen, auch in Brandenburg steht der FDP erneut ein schwarzer Sonntag bevor. Sie wird es sämtlichen Umfragen zufolge nicht mehr in den Landtag schaffen. Fünf Wochen vor der Wahl hatte sie in einem Akt der Verzweiflung zunächst Plakate mit dem Slogan "Keine Sau braucht die FDP" aufgeklebt, um später zu erklären, warum und wo die FDP doch nötig sei in Brandenburg.

Genutzt hat es nichts. Als neue Oppositionskraft wird sich auch in Brandenburgs Landtag die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) etablieren. Ihr Spitzenkandidat Alexander Gauland war vor seiner AfD-Karriere 40 Jahre lang Mitglied der CDU gewesen und hatte von 1987 bis 1991 die hessische Staatskanzlei geleitet. (Birgit Baumann, DER STANDARD, 11.9.2014)

  • Der Brandenburger AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland bei einer Pressekonferenz Anfang September.
    foto: reuters/fabrizio bensch

    Der Brandenburger AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland bei einer Pressekonferenz Anfang September.

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