Moto360 im Teardown: Reparatur nur für Profis zu empfehlen

10. September 2014, 11:57
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Öffnung und Zusammenbau ohne Kompromittierung der Wasserdichtigkeit kaum zu schaffen

Pebble und Co. machten es vor, mittlerweile tun es auch Samsung, Motorola, LG, Asus und andere Unternehmen – sowie neuerdings auch Apple. In Form von Smartwatches erobern kleine Computer die Handgelenke der Nutzer und sollen hauptsächlich dafür sorgen, dass für einfache Informationsbeschaffung und grundlegende Kommunikationsbelange nicht mehr ständig das Smartphone aus der Hosentasche gefischt werden muss.

Für besonderes Interesse sorgte bei ihrer Ankündigung Motorolas Moto360, handelte es sich doch um die erste Smartwatch mit rundem Display, deren Design viele Beobachter zu begeistern vermochte. Aus der Ankündigung ist mittlerweile ein fertiges Produkt geworden, dass die Reparaturprofis von iFixit standesgemäß in einem Teardown in seine Einzelteile zerlegt haben.

Wichtigste Komponenten

Die wichtigsten Komponenten der Moto360 sind ihr von Texas Instruments entwickelter OMAP 3-Prozessor, der mit 512 MB bemessene Arbeitsspeicher, der vier GB fassende Flashspeicher, ihr Schrittzähler mit optischem Pulsmesser und Umgebungslichtsensor, Bluetooth 4 LE und natürlich der Bildschirm, der eine 1,56-Zoll-Diagonale aufweist und nominell mit 320 x 290 Pixel auflöst.

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Schwierige Öffnung

Verpackt sind die Bestandteile in einem gut verarbeiteten Gehäuse aus rostfreiem Stahl, das mit der Schutzklasse von IP67 angegeben wird. Es lässt keinen Staub ins Innere und ist bei einer Tiefe von bis zu einem Meter wenigstens 30 Minuten lang wasserdicht. Aufgeladen wird die Uhr drahtlos per Induktion. Das Uhrband kann getauscht werden, wie bei den meisten handelsüblichen Zeitmessern auch.

Das Öffnen des Gehäuses gestaltet sich schwierig. Nur unter Einsatz eines filigranen Werkzeuges (iFixit nutzt den Eigenbau iOpener) und unter Einsatz von Hitze kann der verklebte Deckel der Unterseite gelöst werden. Der größte Teil der Hardware befindet sich darunter in einer Kunststoffverschalung, um deren Oberseite der Dichtungsring gelegt ist.

Kontroverse um Akku-Aufdruck

Die weiteren Ebenen, bis hin zum Akku, der Ladespule und schließlich dem Motherboard und seinen integrierten Chips lassen sich mit Geschick und einem spitzen Werkzeug auseinandernehmen. Zwischen Akku und Spule befindet sich eine Folie, die vermutlich die Effizienz der Spule erhöhen soll.

Auf der Batterie selbst findet sich die Kapazitätsangabe 300 mAh, was für Irritationen sorgte, da Motorola offiziell von einem 320 mAh-Akku spricht. Hierzu hat sich der Hersteller bereits gegenüber Ars Technica geäußert: Da man nicht genug Platz hatte, habe man nur die minimale, aber nicht die typische Kapazität aufgedruckt. Diese unterscheiden sich produktionsbedingt. Generell ist die Akkulaufzeit gemäß ersten Tests einer der Schwachpunkte der Moto360.

Sammelsurium

Auf der Platine selbst versammeln sich Komponenten zahlreicher Unternehmen. Beispiele: Der Arbeitsspeicher kommt von Micron, der Flash-Speicher von Toshiba. Atmel liefert den Touchscreencontroller. Bemerkenswert ist, dass es sich beim Prozessor um jenes Modell handelt, der schon im Droid 2-Smartphone und der "Motoactv"-Smartwatch steckt, Produkte aus den Jahren 2010 und 2011.

Wer an das Display gelangen möchte, etwa für einen etwaigen Austausch, muss die Uhr restlos zerlegen und selbiges erneut unter Einsatz von Hitze aus der Fassung lösen. Die Bildschirmkonstruktion beinhaltet den Umgebungslichtsensor, was auch der Grund für die kleine schwarze Aussparung am unteren Rand ist.

Reparatur nur für Spezialisten zu empfehlen

Insgesamt erhält die Moto360 drei von zehn möglichen Zählern in der Reparaturwertung. Der Grund: Wer die Smartwatch zerlegen will, braucht spezielles Werkzeug und viel Geschick. Sie zu öffnen und wieder zu schließen, ohne dabei etwas zu beschädigen oder die Wasserdichtigkeit zu kompromittieren, ist eine Aufgabe, die man besser Spezialisten überlassen sollte. (gpi, derStandard.at, 10.09.2014)

  • Die Öffnung der Moto360 gestaltet sich schwierig.
    foto: ifixit

    Die Öffnung der Moto360 gestaltet sich schwierig.

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