Starke Frauen und neue Projektteams - Hahn für Nachbarschaftspolitik zuständig

Video10. September 2014, 12:32
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Insgesamt hat die neue Kommission neben Juncker sieben Vizepräsidenten

Der designierte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat am Mittwoch sein neues Team in Brüssel vorgestellt. "Ich bin überzeugt, dass es ein Gewinnerteam ist", sagte Juncker.

Er sei auf Grundlage seines Programms für die nächsten fünf Jahre gewählt worden, erklärte Juncker. Dieser Moment sei eine außergewöhnliche Chance und eine Verpflichtung für einen Neustart. Die neue EU-Kommission werde sich vor allem mit der schwierigen geopolitische Lage und mit der wirtschaftlichen Erholung befassen und Jobs zu liefern haben. "Ich denke, ich habe das richtige Team dafür."

© europäische union, 2014 via ebs


Vizepräsidenten als Animateure

Juncker betonte, sein Team weise Expertise und hohes politisches Profil auf. Kommissare seien nicht Beamte, "sie sind Politiker", betonte er. In seinem Team seien neun ehemalige Premierminister oder stellvertretende Premiers, neun ehemalige Minister und acht frühere EU-Abgeordnete. Elf hätten einen soliden Hintergrund bei Finanzfragen, acht seien erfahrene Außenpolitiker. Die Frauenquote - in der neuen Kommission sind neun Frauen vertreten - stelle "nicht wirklich einen Fortschritt" dar, sei aber "doch zumindest kein Rückschritt". Juncker betonte, es habe ihn erhebliche Bemühungen gekostet, auf neun Frauen zu kommen: "Ich habe einen Monat am Telefon verbracht."

Österreichs EU-Kommissar Johannes Hahn erhält neben seinen Agenden Nachbarschaftspolitik und Erweiterung auch die Aufgabe im Bedarfsfall die Vertretung der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini zu übernehmen.

Eine besonders wichtige Funktion soll den neuen Vizepräsidenten zukommen. Juncker sagte, die Vizepräsidenten seien künftig Koordinatoren, Animateure und Teamleader in der EU-Kommission, nicht aber Supervisoren. Valdis Dombrovskis werde beispielsweise eng mit Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici (Frankreich) und der neuen Sozialkommissarin Marianne Thyssen (Belgien) zusammenarbeiten und auch für das Europäische Semester zur Budgetplanung zuständig sein.

Junckers Kabinett: Die Mitglieder der neuen EU-Kommission auf einen Blick

Die sieben Vizepräsidenten:

  • Der Niederländer Frans Timmermans wird Vizepräsident und erster Stellvertreter Junckers und damit seine rechte Hand und ist in dieser Funktion für bessere Regulierung zuständig.
  • Die Italienerin Federica Mogherini wird Hohe Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik und gleichzeitig Vizepräsidentin der Kommission. Johannes Hahn wird ihr erster Stellvertreter sein.
  • Der Finne Jyrki Katainen wird als Vizepräsident und Teamleiter die Ressorts Beschäftigung, Wachstum, Investitionen und Wettbewerb betreuen.
  • Die Bulgarin Kristalina Georgiewa wird Vizepräsidentin und für Budget und Humankapital verantwortlich sein.
  • Die Slowenin Alenka Bratušek wird als Vizepräsidentin für die Energieunion verantwortlich sein.
  • Der Lette Valdis Dombrovskis wird als Vizepräsident für Euro und sozialen Dialog verantwortlich sein.
  • Der Este Andrus Ansip wird als Vizepräsident Teamleiter für Digitalen Binnenmarkt.

Die Kommissare und ihre Ressorts:

Vytenis Andriukaitis (Litauen): Gesundheit und Konsumentenschutz

Miguel Arias Cañete (Spanien): Energie und Klima

Dimitris Avramopoulos (Griechenland): Einwanderung/Inneres

Elżbieta Bieńkowska (Polen): Binnenmarkt, Industrie und Unternehmen

Corina Cretu (Rumänien): Regionalpolitik

Johannes Hahn (Österreich): Nachbarschaftspolitik und Erweiterung

Jonathan Hill (Großbritannien): Finanzstabilität, Finanzdienste und Bankenunion

Phil Hogan (Irland): Landwirtschaft

Věra Jourová (Tschechische Republik): Justiz

Cecilia Malmström (Schweden): Handel

Neven Mimica (Kroatien): Entwicklungszusammenarbeit und europäische Hilfe

Carlos Moedas (Portugal): Wissenschaft und Innovation

Pierre Moscovici (Frankreich): Wirtschaft, Finanzen und Steuern und Zollunion

Tibor Navracsics (Ungarn): Bildung und Kultur

Günther Oettinger (Deutschland): Digitale Agenda/Telekom

Maroš Šefčovič (Slowakei): Verkehr und Raumfahrt

Christos Stylianides (Zypern): Humanitäre Hilfe und Zivilschutz

Marianne Thyssen (Belgien): Soziales, Beschäftigung und Eurostat

Karmenu Vella (Malta): Umwelt und Fischerei

Margrethe Vestager (Dänemark): Wettbewerb. (red, derStandard.at, 10.9.2014)

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