Deutschland: Presserat missbilligt Abbildung von MH17-Opfern

9. September 2014, 18:32
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Darstellungen bei Bild.de und "Spiegel" - Zeigen von Leichenteilen aber angemessen

Kiew - Der Deutsche Presserat hat die Porträts von Absturzopfern aus dem Flug MH17 in mehreren Medien missbilligt, empfindet das Zeigen von Leichenteilen aber als angemessen. Nach den Regeln des Presserats seien identifizierende Abbildungen mit dem Opferschutz unvereinbar, erklärte das Selbstkontrollgremium am Dienstag in Berlin.

Zwar sei die Argumentation nachvollziehbar, den Opfern ein Gesicht geben zu wollen. Doch nur weil jemand zufällig Opfer eines schrecklichen Ereignisses werde, dürfe dies nicht automatisch dazu führen, dass von ihm ein Foto gezeigt werde, erklärte Ursula Ernst, Vorsitzende des Beschwerde-Ausschusses. Offiziell missbilligt wurden Darstellungen bei Bild.de und "Spiegel". Einen sogenannten Hinweis - die niedrigste Sanktionsstufe - erteilte der Presserat in der Sache an "Bunte Online" und "Stern".

Die Abbildung von Leichenteilen im Trümmerfeld sei dagegen nicht unangemessen. "Die Fotos dokumentieren eindringlich die schreckliche Dimension und die Folgen des Ereignisses", erklärte der Presserat weiter. Insgesamt hatten den Presserat 30 Beschwerden zu den Fotos erreicht. Die malaysische Maschine war am 17. Juli mit fast 300 Passagieren über der Ostukraine abgestürzt. Nach einem ersten Untersuchungsbericht wurde die Boeing mit großer Wucht von zahlreichen Objekten durchlöchert und zerbarst noch in der Luft. (APA, 9.9.2014)

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