Neuer UN-Sondergesandter zu Besuch in Damaskus

9. September 2014, 18:30
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De Mistura will Vertreter von Regierung und Opposition treffen

Damaskus - Der neue UNO-Sondergesandte für Syrien ist zu einem ersten Besuch in dem Bürgerkriegsland eingetroffen. Der italienisch-schwedische Diplomat Staffan de Mistura kam am Dienstag in Begleitung seines Stellvertreters Ramzi Ezzedin Ramzi in einem Hotel in Damaskus an.

Im Zuge seines dreitägigen Aufenthalts in dem Land wollte sich de Mistura syrischen Medienberichten zufolge sowohl mit Vertretern der Regierung als auch der inländischen Opposition treffen.

Nachfolger für Brahimi

Unklar war, ob es zu einem Treffen des Diplomaten mit Staatschef Bashar al-Assad kommen würde. Die UNO hatte am Montag erklärt, ihr Sondergesandter werde nach dem Besuch in Damaskus auch in andere Gegenden der Region reisen, die von dem Konflikt betroffen sind. Details zu der Reise blieben unveröffentlicht, es wurde aber damit gerechnet, dass de Mistura auch nach Russland reist, einem der wichtigsten Verbündeten der syrischen Regierung.

De Mistura hatte im Juli die Nachfolge des Sondergesandten Lakhdar Brahimi angetreten, der im Mai nach knapp zwei Jahren und zwei erfolglosen Runden von Friedensgesprächen frustriert zurückgetreten war. Anders als Brahimi tritt de Mistura nur für die UNO und nicht auch für die Arabische Liga auf. De Mistura war in der Regierung des italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti stellvertretender Außenminister, außerdem arbeitet er seit Jahrzehnten für die UNO.

In Syrien herrscht seit mehreren Jahren Bürgerkrieg. Ausgangspunkt waren im März 2011 zunächst friedliche Proteste gegen Präsident Assad, die in einen blutigen Konflikt mündeten. Seitdem starben Schätzungen zufolge mehr als 180.000 Menschen. (APA, 9.9.2014)

  • Staffan de Mistura mit Syrien stellvertretendem Außenminister Faisal al-Miqdad.
    foto: reuters/hariri

    Staffan de Mistura mit Syrien stellvertretendem Außenminister Faisal al-Miqdad.

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