Krafttraining lindert krebsbedingte Erschöpfung

9. September 2014, 16:10
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Forscher kamen in einer vergleichenden Studie zu dem Ergebnis, dass Brustkrebspatientinnen gleich mehrfach von wöchentlichem Krafttraining profitieren

Heidelberg - Ein zwölfwöchiges Krafttraining während der Strahlentherapie verbessert die Lebensqualität und lindert die Fatigue-Symptome von Brustkrebspatientinnen. Das berichten Forscher des deutschen Krebsforschungszentrums und des Universitätsklinikums Heidelberg aktuell im Fachblatt "Annals of Oncology". Zu dem Ergebnis kamen sie in einer Studie mit 160 Teilnehmerinnen.

Ob körperliche Aktivität bis hin zu Sport die Lebensqualität von Krebspatienten verbessern kann, ist derzeit Gegenstand zahlreicher Untersuchungen. Dabei steht auch die Fatigue auf der Forschungsagenda, jene bleierne Müdigkeit und Erschöpfung, an der viele Krebspatienten teilweise noch Jahre nach der Therapie leiden.

Krafttraining vs. Entspannungstraining

Die Heidelberger Forscher um Karen Steindorf untersuchten nun, ob Krafttraining schon während der Strahlentherapie Brustkrebspatientinnen helfen kann, Fatigue-Symptomen vorzubeugen oder sie zu mildern.

"Viele Sportangebote haben oft schon allein durch das Gruppenerlebnis einen günstigen Effekt", berichtet Steindorf. "Wir wollten mit unserer Studie daher untersuchen, ob es neben diesen psychosozialen Effekten auch weitergehende positive Auswirkungen auf die Fatigue und auf die allgemeine Lebensqualität gibt."

Daher wählte das Team ein vergleichendes Studiendesign: Sie verglichen die Auswirkungen des Krafttrainings mit einem ebenfalls gruppenbasierten Entspannungstraining. Die insgesamt 160 Probandinnen wurden zufällig der Sport- oder der Entspannungsgruppe zugeteilt. Die Teilnehmerinnen trainierten jeweils zweimal wöchentlich für eine Stunde. Vor Beginn und nach Abschluss des Trainings nach zwölf Wochen gaben sie in einem detaillierten Fragebogen Auskunft über ihr psychisches und physisches Befinden. Zudem wurde ihre Fitness medizinisch untersucht.

Signifikante Verbesserung

Die Studie zeigte, dass Brustkrebspatientinnen der Sport-Gruppe signifikant weniger unter Erschöpfungssymptomen litten, zudem verbesserten sich wichtige Teilaspekte der Lebensqualität, sowie – erwartungsgemäß – die Körperkraft. In Bezug auf emotionale und kognitive Parameter zeigten sich hingegen keine Unterschiede zwischen Krafttrainings- und Entspannungsgruppe.

"In der Gesamtauswertung erzielen wir mit dem Krafttraining viel bessere Ergebnisse" so Steindorf. "Es ist offenbar eine wirksame Methode, um belastenden Erschöpfungssymptomen vorzubeugen oder sie zu lindern. Zudem profitieren die Patientinnen auch in ihrem Alltagsleben von einer besseren körperlichen Leistungsfähigkeit."

Die Forscher empfehlen daher, Krafttraining schon therapiebegleitend in die Routineversorgung von Brustkrebspatientinnen aufzunehmen. (red, derStandard.at, 9.9.2014)

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