Wien will Zuschüsse für stadteigene Unternehmen reduzieren

9. September 2014, 15:17
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Stadt Wien plant "Beteiligungsspiegel" für mehr Transparenz

Wien - Die Wiener Linien oder die Vereinigten Bühnen Wiens sind nur zwei Beispiele von insgesamt rund 50 Unternehmen, an denen die Stadt Wien beteiligt ist und an die Zuschüsse ausbezahlt werden. Die Wiener Linien beispielsweise erhalten jährlich rund 700 Millionen Euro, die Vereinigten Bühnen Wiens etwa 40 Millionen Euro.

Längerfristig sollen die Zuschüsse aller stadteigenen Unternehmen reduziert werden. Finanzstadträtin Renate Brauner (SP) will das Beteiligungsmanagement auf neue Beine stellen, gab sie am Montagabend vor Journalisten bekannt.

Doppelgleisigkeiten vermeiden

Dafür soll künftig als Teil des jährlichen Rechnungsabschlusses ein "Beteiligungsspiegel" erstellt werden, aus dem sich herauslesen lässt, an welchen Unternehmen die Stadt beteiligt ist und wo es unter Umständen Doppelgleisigkeiten gibt.

Ziel der Maßnahme ist einerseits Effizienzsteigerung, aber auch Transparenz. "Wir wollen uns noch besser abstimmen können", sagte Brauner. Beteiligungen aufzugeben sei kein Ziel des Instruments.

Als Beispiel für eine Doppelgleisigkeit nannte sie Programme zur Unterstützung von Jungunternehmen und Start-ups, die es sowohl bei der Wirtschaftsagentur, als auch bei der Wien-Holding gibt. Zwar sei das Ziel nicht, eines der beiden Programme einzustellen, aber man müsse Schwerpunktsetzungen besser herausarbeiten.

Zuschüsse sollen zurückgehen

Konzipiert wird der "Beteiligungsspiegel" bis Jahresende von einer Expertengruppe unter Federführung vom Wiener Finanzdirektor Dietmar Griebler, der ein klares Ziel hat: "Langfristig soll es so sein, dass einzelne Zuschüsse zurückgehen."

Laut Brauner sollen Gemeinderat und die "interessierte Öffentlichkeit" profitieren. Der "Beteiligungsspiegel" sei als Ergänzung zu den Jahres- und Geschäftsberichten der kommunalen Unternehmen zu sehen. (Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 9.9.2014)

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