Ferrari-Teams schlittern in tiefe Krise

9. September 2014, 14:09
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Erstes technisches Out für Alonso seit 2010 - Räikkönen rettet 80. Ferrari-Rennen in Punkterängen - Sauber weiter ohne Zähler - Montezemolo droht Ablöse

Die Ferrari-Teams sind ausgerechnet in Monza noch tiefer in die Krise gerutscht. Nach 15 Rennen in den Punkten verzeichnete Fernando Alonso vergangenen Sonntag vor Heim-Kulisse ein bitteres Aus, erstmals seit Malaysia 2010 war ein technisches Problem die Ursache. Beim Kundenteam Sauber notierte man das 13. Rennen in Folge ohne WM-Zähler. Jetzt könnte ein neuer Eigner die Schweizer auffangen.

"Es gibt Tage, die sind zum Vergessen", hatte sich selbst Ferrari-Teamchef Marco Mattiaci nach dem vermurksten Heimauftritt in Monza verbal nicht zurückgehalten. Ob und in welcher Form der erst im April geholte Neo-Teamchef weiter an den Umstrukturierungen in der Formel 1 arbeiten soll, ist aber offen.

"Seit sechs Jahren gewinnen wir nichts mehr"

Denn Ferrari-Chef Luca di Montezemolo soll trotz seines Erfolges mit der Sportwagen-Marke mit Fiat-Boss Sergio Marchionne ziemlich über Kreuz sein. "Seit sechs Jahren gewinnen wir nichts mehr", beschwerte sich Marchionne über den Manager, der sich trotz allem an der italienischen Rennstrecke feiern ließ wie ein Popstar.

Die Fans haben aber auf "Ferrari in crisi" bereits reagiert. Mit knapp über 50.000 Zuschauern war der Besuch am Renn-Sonntag so gering wie schon lange nicht. Im Vorjahr hatten noch 90.000 das Autodromo Nazionale Monza im Königlichen Park nördlich von Mailand gestürmt.

Während es nach dem Alonso-Aus nach einem ERS-Problem keinen Fahrer mehr gibt, der in der WM 2014 immer gepunktet hat, ging wenigstens eine andere Serie der Scuderia weiter. Mit Kimi Räikkönen kam zum 80. Mal in Folge ein Ferrari-Pilot in die Punkteränge.

Sauber in Problemen

Noch schlimmer als bei Ferrari läuft es beim immer noch punktlosen Sauber-Team. Offenbar interessiert sich aber der kanadische Milliardär Lawrence Stroll für den von der Österreicherin Monisha Kaltenborn geführten Rennstall, der wie Marussia ebenfalls Ferrari-Motoren benutzt.

Der 55-jährige Stroll, der sein Geld u.a. in der Modebranche gemacht hat, hat einen 16-jährigen, rennfahrenden Sohn und gilt als Motorsport-Freak. Ihm gehört auch die ehemaligen Formel-1-Strecke in Mont-Tremblant bei Montreal. Angeblich bemüht sich aber auch Lotus um Stroll bzw. dessen Brieftasche. (APA, 9.9.2014)

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