Mutmaßliche Jihadisten an deutsch-österreichischer Grenze gefasst

9. September 2014, 13:46
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Zwei Männer sollen über Österreich nach Syrien unterwegs gewesen sein

Simbach am Inn/Wien/Braunau am Inn - An der deutsch-österreichischen Grenze sind zwei Islamisten wegen mutmaßlicher Verbindungen zu Terrormilizen festgenommen worden. Die beiden Männer waren Richtung Österreich unterwegs, als sie bei einer Kontrolle aufgegriffen wurden, wie eine Sprecherin der Münchner Staatsanwaltschaft I am Dienstag gegenüber der APA erklärte. Aus dem Innenministerium in Wien hieß es, die Berichte würden geprüft.

"Offenbar planten sie, Deutschland zunächst per Omnibus über Österreich gen Syrien zu verlassen", teilte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann am Dienstag laut dpa mit. Beide - ein kosovarischer und ein türkischer Staatsbürger - hatten ihren Wohnsitz in München.

Zu der Festnahme soll es bereits vor einer Woche gekommen sein. Die Männer waren nahe Simbach am Inn in einem Fernreisebus unterwegs, als der Bus für eine verdachtsunabhängige Kontrolle aufgehalten wurde, berichtete die Sprecherin der Münchner Staatsanwaltschaft: "Sie befanden sich noch auf deutscher Seite, aber waren auf dem Weg nach Österreich, der nächste Halt des Busses wäre Braunau gewesen."

Bei der Kontrolle konnten sich die Männer nicht richtig ausweisen und wurden daraufhin eingehender überprüft. Dabei stießen die Beamten auf ein Ermittlungsverfahren gegen den aus dem Kosovo stammenden Mann. Ihm wird vorgeworfen, in Deutschland versucht zu haben, Kämpfer für den Jihad anzuwerben. Gegen seinen türkischen Begleiter lautet der nun erlassene Haftbefehl auf Verstoß gegen das Aufenthaltsgesetz. Der junge Türke sei wegen "seiner Umtriebe in der salafistischen Szene" bereits mit einem Ausreiseverbot belegt worden, berichtete der bayrische Innenminister.

"Wir haben die salafistische Szene in Bayern fest im Blick", erklärte Hermann am Dienstag. Bayern werde die grenznahen Kontrollen einschließlich der Schleierfahndung in den kommenden Wochen weiter verstärken.

Die Münchner Staatsanwaltschaft hatte die österreichischen Behörden nach eigenen Angaben von dem Vorfall nicht informiert worden, da die Festnahme auf deutschem Bundesgebiet geschehen sei. Aus dem Innenministerium in Wien hieß es am Dienstag, die Sache werde geprüft. (APA, 9.9.2014)

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